Popular Tags:

Hinduistisches Feuerritual – Lakh Batti

13. Juli 2014 at 14:12

Lakh Batti ist nepalesisch und heißt wörtlich übersetzt 100.000 Lichter (Dochte).

 

SAM_1056

Lakh Batti (100.000 Lichter)

 

Das Feuerritual wird hauptsächlich zum Gedenken an Verstorbene oder zur Erfüllung von Wünschen praktiziert. Viele Hinduisten glauben auch daran, dass sie mit diesem Feueropfer Geschehnisse und Gegebenheiten positiv beeinflussen können. In der Regel werden die Rituale an Tagen, die besonders geeignet und von einem Astrologen vorbestimmt sind, ausgeführt.

Die Dochte haben eine Länge von ungefähr 8 cm und werden von Hausfrauen in Heimarbeit aus Baumwolle zu dünnen Strängen gedreht. Auf den einheimischen Märkten werden diese zum Verkauf angeboten.

 

SAM_1061

Tonschalen mit den in Öl getränkten Dochten

 

Bereits am Tag vor der eigentlichen Zeremonie sind wichtige Vorbereitungen zu treffen. Die 100.000 Dochte werden in eine Tonschale gelegt und mit reichlich Ghee oder hochwertigem Öl aus Sesam- oder Senfsamen getränkt. Heutzutage wird häufig auch Sonnenblumenöl verwendet. Die Menschen glauben, dass dieses raffinierte Öl noch reiner ist.

Das Feuerritual kann von jedem selbst oder auch in Anwesenheit und unter Leitung eines hinduistischen Priesters vollzogen werden. Nachdem die Dochte entzündet sind, versammeln sich die Gläubigen (in der Regel Familienangehörige) um die brennende Tonschale und stochern mit einem Zuckerrohrstock in den Flammen.

 

SAM_1055

Feuerritual – Feueropfer

 

Woher diese Ritualpraxis kommt, ist schwer zu sagen. Es gibt die schöne nachfolgende Legende dazu:

Die Witwe Laxmana, die einer höheren Kaste angehörte, heiratete einen Mann niederer Kaste um ihr weiteres Überleben zu sichern und versorgt zu sein. Ihr Gewissen plagte sie mit schweren Vorwürfen. Als sie eines Tages einem Eremit begegnete und ihm ihreLebensgeschichte erzählte, riet er zu einem Feuerritual. Lakh Batti würde ihr Karma reinigen und die Türen für eine gute gemeinsame Zukunft mit ihrem neuen Ehemann öffnen.

 

NAMASTE!!

Wanderung von Sankhu nach Nagarkot

7. Juli 2014 at 14:26

Die Wanderung auf der breiten Schotterstraße lohnt sich sehr, auch wenn zwischenzeitlich sporadisch ein lokaler Bus von Sankhu nach Nagarkot  fährt. Der stetig ansteigende Weg führt entlang  Terassenfeldern und passiert einige newarische Dörfer. Es scheint als sei dort die Zeit stehengeblieben.

 

SAM_1094

Terassenfelder so weit das Auge reicht

Nach ca. 2 ½ bis 3 Stunden wird das Dorf Kattike erreicht. Von dort aus bestehen verschiedene Möglichkeiten, den Weg fortzusetzen. Zum einen führt ein schöner Pfad nach Chisopani (ca. 7 bis 8 Stunden), zum anderen kann der Weg nach Nagarkot auf dem Natural Trail durch einen wunderschönen Laub- und Märchenwald eingeschlagen werden (ca. ½ bis 1 Stunde).

SAM_1096

Natural Trail

Da es zwischen Sankhu und Nagarkot wenig Möglichkeiten zum Einkehren gibt, ist es empfehlenswert Getränke und Snacks mitzunehmen. In Kattike bieten ein paar einfache Teehäuser eine kleine Auswahl an Gerichten (Chowmein, Nudelsuppe, gebratener Reis, etc. ) an.

In Nagarkot gibt es wieder unzählige Hotels mit Übernachtungsmöglichkeiten oder Restaurants. Wer nicht in Nagarkot übernachten möchte, kann mit dem Bus oder Taxi nach Kathmandu oder Bhaktapur zurückfahren.

Vajrayogini Tempel in Sankhu

5. Juli 2014 at 16:08

Von Kathmandu führt der Weg nach Sankhu vorbei an Boudanath und Gokarna. Schon auf dem Weg dorthin ist der Anblick der vielen Felder und dörflichen Gegend ein Genuss. Die Fahrt dauert mit dem Taxi oder Auto ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde, je nach Verkehr. Entsprechend länger die Fahrt mit den lokalen Bussen, die überall halten um neue Passagiere einzusammeln.

Sankhu selbst ist ein sehenswertes, altertümliches Dorf mit einer schönen Altstadt und den typischen Newar-Häusern.

SAM_0987

Typische Newari-Häuser

 

SAM_1075

Altstadt von Sankhu

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Vajrayogini oder Dorje Phagmo Tempel, der sich etwas außerhalb des Dorfes auf einem Hügel befindet. Vom Dorfkern bis zum Tempel sind es zu Fuß etwa 45 Minuten. Der Feldweg mündet auf der Hälfte der Strecke in einen steileren Anstieg über viele Stufen.

 

SAM_1005

Auf dem Weg zum Vajrayogini Tempel

 

SAM_1022

Viele Stufen führen zum Tempelbezirk

 
Wer sich gerne einen hinduistischen Tempelbezirk gepaart mit einigen buddhistischen Elementen ohne viele Touristen anschauen möchte, hat hier den richtigen Platz gefunden. Es ist hoch interessant den Menschen bei ihren Ritualen zuzuschauen. Die friedliche Atmosphäre lädt zum Verweilen ein.

 

 

SAM_1041

Vajrayogini-Tempel

 

SAM_1064

Rituale

Asaar Pandra Festival (Reispflanzung)

29. Juni 2014 at 16:05

Heute am 15. Asaar 2071 (29.06.2014) wird in Nepal das Asaar Pandra Festival gefeiert.

Das Festival markiert im ganzen Land den Start der Reispflanzung und heißt die Regenzeit willkommen. Da in Nepal ein Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig ist, nimmt dieses Fest eine große Bedeutung ein. Den ganzen Tag über wird auf den Feldern gesungen, getanzt und die Bauern, vor allem die jungen Leute bewerfen sich gegenseitig mit schlammiger Erde und Wasser.  Eine weitere Besonderheit ist das Essen von Joghurt mit Reisflocken (Dahi und Chiura).

In den vergangen Jahren hatte Mitte des Monats Asaar (Ende Juni/Anfang Juli) der Regen bereits heftig eingesetzt. Dieses Jahr lässt der Monsunregen leider immer noch auf sich warten.

Das nachfolgende Foto zeigt die Reispflanzung während starkem Regen in dem newarischen Dorf Bungmati.

 

SAM_0379

Reispflanzung in Bungmati

 

Tagesausflug Nagarjun (Jamacho Peak – 2.055 m)

25. Juni 2014 at 16:17

Dieser Tagesausflug eignet sich für alle, die sich in Kathmandu aufhalten und nach Natur sehnen.

Die Wanderung durch den wunderschönen Nagarjun Wald – ehemaliger Königswald, startet am Eingang zum Nagarjun Waldreservoir, das dem Shivapuri Nationalpark angeschlossen wurde. Der Eingang befindet sich oberhalb des Balaju Bypasses, kurz vor dem Ortsteil Ichangu Narayan. Um in den Park zu gelangen ist eine Eintrittsgebühr von NPR 250 (für Touristen) zu entrichten. Außerdem werden die Personalien in einem dicken Buch registriert.

SAM_3395

Zauberhafter Laubwald Nagarjun

 

Über Steintreppen, die gesäumt sind von vielen dünn-stämmigen Laubbäumen führt der Weg zunächst nach einer guten Stunde auf ein erstes Aussichtsplateau (1.800 m). Dort bietet es sich an eine kleine Rast einzulegen und den wunderschönen Ausblick zu genießen. Nach weiteren 1 ½ Stunden wird die Bergspitze des Jamacho Peak auf 2.055 m erreicht. Das dort gelegene buddhistische Kloster “Say Nyingon Janchupling Tamang Gompa“ lädt zum Besuch ein. Eine weitere Belohnung für die schweißtreibende Wanderung sind faszinierende Ausblicke über das Kathmandu-Tal sowie auf die Langtang und Ganesh Himal Bergkette, Manaslu und Gaurishankar.

Für den Rückweg sollten ungefähr 1 ½ bis 2 Stunden einkalkuliert werden. Da es auf der kompletten Wegstrecke kein Restaurant oder Teehaus gibt, ist es wichtig genügend Wasser und eventuell ein Vesper oder Obst für unterwegs mitzunehmen.

 

SAM_3426

Ausblick vom Jamacho Peak