Der Stupa von Boudhanath in Nepal ist wiederaufgebaut

3. Dezember 2016 um 5:20

Wenn die alles sehenden Augen Buddhas wieder strahlen!

„Om Mani Padme Hum“ und andere Mantras waren während den Zeremonien, die vor der offiziellen Einweihung der Stupa in Boudanath am 22. November 2016 stattfanden, bereits von Weitem zu hören. Drei Tage lang wurden spezielle Rituale von hohen buddhistischen Klostervorstehern und Mönchen durchgeführt.

18 Monate hat es gedauert. Nun ist das Heiligtum wieder komplett. Die Renovierungs- und Restaurationsarbeiten am buddhistischen Stupa von Boudhanath sind abgeschlossen. Der weiße Kuppelbau, der auf einem mehrstufigen Sockel steht, ist mit Blumenschmuck übersät. Die Gebetsfahnen flattern im Wind und der neue Aufbau strahlt mit der Sonne um die Wette.

Erdbeben beschädigt den Stupa
Durch das verheerende Erdbeben am 25. April 2015 erlitt der goldene Aufsatz der Stupa schwere Schäden. Die Risse reichten bis in den oberen Bereich der Halbkugel. Der komplette Aufbau, bestehend aus dem viereckigen Turm, genannt Harmika, den 13 Stufen zur Erleuchtung, dem Lotus, dem Seidenbaldachin und der Turmspitze, musste abgetragen und neu aufgebaut werden.

Nackt und bloß wirkte die weiße Kuppel ohne den schillernden Aufsatz während den Bauarbeiten. Wer den Monumentalbau in seiner vollen Pracht kannte, dem blutete das Herz.

Das Boudhanath Area Development Comittee leitete die Wiederaufbauarbeiten. Das Amt für Archäologie leistete technische Unterstützung und sorgte für die Einhaltung der archäologischen Normen. Demnach wurden nur traditionelle Baumaterialien wie Ziegelsteine, Kalkstein und Surkhi Mörtel, ein eigens aus gemahlenem Ziegel- und Tonpulver hergestellter Mörtel, verwendet.

Unterstützung von buddhistischen Organisationen und freiwilligen Helfern
Viele Gläubige boten ihre Arbeitskraft an und halfen als Freiwillige. Frauen pinselten die kleinen Nischen mit weißem Kalk aus und Männer hievten Ziegelsteine in den Lastenaufzug. Nach den buddhistischen Lehren führen gute Taten zu gutem Karma im nächsten Leben.

Laut offiziellen Angaben finanzierten nationale und internationale Spenden, die hauptsächlich von buddhistischen Organisationen und Anhängern geleistet wurden, den ca. NRP 230 Millionen (ca. EUR 2 Millionen) teuren Wiederaufbau des Monuments. Auf Regierungsgelder wurde nicht gewartet.

Betroffene verbringen den zweiten Winter in Notunterkünften
Warten, das müssen dennoch viele Erdbebenopfer. Der schleppende Wiederaufbau von Privathäusern, Schulen und anderen beschädigten Gebäuden steht auf der anderen Seite der Medaille. Direkt neben dem Hotel Hyatt, nur wenige Meter von dem Stupa entfernt, leben die Menschen nach 1 ½ Jahren noch immer unter Plastikplanen. Auch in den anderen, schwer getroffenen Regionen Nepals gibt es viele Familien, die den zweiten Winter in Zelten und unter Wellblech verbringen müssen. Nach öffentlichen Informationen wurde die erste Rate der staatlichen Hilfe über NPR 50.000 (ca. EUR 435,00) bereits an mehr als zwei Drittel der Betroffenen ausbezahlt.

Heiligtümer spielen eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen
Dennoch gibt es einige Organisationen und Initiativen die bereits Dörfer und Schulen wiederaufgebaut haben. Beispielsweise führt die Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft e.V., Stuttgart, Wiederaufbauarbeiten an 18 verschiedenen Schulstandorten gleichzeitig durch. Die ersten 3 Schulen sind bereits komplett rekonstruiert. Das nepalische Komiker-Duo Dhurmus und Suntali haben mit ihrer Stiftung eine Siedlung mit 65 erdbebensicheren Häusern, Kinderspielplätzen und einem Bürgerhaus errichtet. Genauso wichtig ist es für viele Gläubige endlich wieder den kompletten Stupa umrunden zu können. Besuche und Verehrung von Heiligtümern gehören in Nepal zu den täglichen Ritualen.

Der Stupa von Boudhanath zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und ist einer der größten Stupas der Welt. Das Heiligtum gilt als Hauptzentrum der Tibeter in Nepal.  Allerdings wird das Monument von Buddhisten und Hindus gleichermaßen besucht.

Die zahlreichen Besucher und Gläubige, die den Zeremonien und der Eröffnungsfeier beiwohnten, zeigen ebenso, welche große Rolle dieses Heiligtum im Leben der Menschen im Land spielt. Gleichmäßig und rhythmisch murmeln sie die Mantras und schieben dabei Perle um Perle an ihren Gebetsketten weiter.

NAMASTE!

 

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Boudha Stupa am 26. Juli 2012

 

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Boudha Stupa am 5. Juni 2015

 

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Boudha Stupa am 9. November 2015

 

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Boudha Stupa am 5. November 2016

 

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Boudha Stupa am 19. November 2016 während den Zeremonien

 

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Boudha Stupa am 19. November 2016

 

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Beleuchtete Boudha Stupa am 19. November 2016

 

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Boudha Stupa am 22. November 2016

 

Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 19

30. September 2016 um 10:20

30. September 2016 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 19

Das Ende der Regenzeit ist in Sicht.
Die Fortsetzung des Wiederaufbaus leider noch nicht.

Eine Wiederaufnahme im November steht in gutem Licht.
Dann wachsen weitere Häuser im Dorf Brabal dicht an dicht.

 

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Überquellende Flüsse in der Monsunjahreszeit

 

Der Monsun hat in diesem Jahr wieder überall seine Spuren im Land hinterlassen. Erdrutsche, blockierte Straßen, Steinschläge, weggespülte Wege, Straßenzüge wie reißende Bäche, abgeschnittene Dörfer.

Gelegentlich fällt derzeit noch Regen und die schwüle Hitze ist immer noch etwas zu spüren.

Zu gerne hätten wir berichtet, dass die Wiederaufbauarbeiten nach der Regenpause bereits begonnen haben.  Dem ist leider nicht so. Wie bereits in den Monaten zuvor verläuft in Nepal nicht alles nach Plan. Geduld, Improvisation und Beharrlichkeit sind wieder einmal gefragt.

Der befahrbare Weg von Thulo Barkhu nach Brabal wurde durch den starken Regen weggewischt. Erforderliche Materialtransporte können deshalb nicht durchgeführt werden. Stahl und Sand lagern noch im Dorf und warten auf den Einsatz beim Hausbau. Da Zement bei Feuchtigkeit verklebt, wurde dieser vor dem Einsetzen der Regenzeit komplett aufgebraucht. Nachschub ist zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten notwendig.

Wann die Straße wieder befahrbar ist, ist schwer zu sagen. Reparaturarbeiten haben derzeit noch nicht begonnen. Die Feste Dashain und Tihar stehen vor der Tür und es ist unwahrscheinlich, dass sich davor etwas bewegt. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir im November die Wiederaufbauarbeiten fortsetzen können.

Dennoch freuen wir uns, dass durch die gute Zusammenarbeit der Arbeiter aus Okhaldhunga und den Dorfbewohnern vor der Regenzeit insgesamt sechs Häuser in einem Zeitraum von drei Monaten fertiggestellt werden konnten. Das ist eine grandiose Leistung!
 

 

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Neues Haus in Brabal

 

Während den Monsun-Monaten hat sich auf dem politischen Parkett in Nepal wieder einiges getan. Premierminister Oli trat nach Aufkündigung der Koalition durch die CPN Maoisten am 24. Juli 2016 zurück.  Die Formierung einer neuen Regierung unter Führung der CPN Maoisten erfolgte mit Unterstützung der Nepali Congress Partei. Neuer Premierminister ist Pushpa Kamal Dahal, Parteichef der Maoisten.

Der neue Premierminister hat angekündigt, dass die Entschädigungszahlungen an die Erdbebenopfer von NPR 200.000 (ca. EUR 1.740) auf NPR 300.000 (ca. EUR 2.600) pro Haushalt erhöht werden sollen. Dies wurde allerdings noch nicht offiziell bestätigt.

Dennoch konnten Presseberichten zufolge über 400.000 Betroffene die erste Rate über NPR 50.000 (ca. EUR 435) in Empfang nehmen.

Mittlerweile hat auch die Reisezeit begonnen. Touristen starten ihre Trekkingtouren in den verschiedenen Regionen. Erfreulicherweise sind gemäß einer Statistik der Immigration Behörde die Touristenzahlen in den ersten 6 Monaten um 12, 77 % gestiegen. Wir blicken mit Freude und Zuversicht auf die kommende Saison. Wir sind dankbar, dass wir in diesem Jahr wieder ausgebucht sind und unser Team viele Gäste in Nepal begrüßen darf.

 

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Magisches Nepal

 
NAMASTE

Sabine & Temba

Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief Nr. 18

28. Juni 2016 um 21:25

28. Juni 2016 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 18

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier … das Dorf Brabal wächst im Wiederaufbau

Die Dorfbewohner von Brabal haben zusammen mit den Arbeitern aus Okhaldhunga innerhalb eines Monats eine großartige Leistung vollbracht!

Mittlerweile sind insgesamt vier Häuser fertiggestellt und die Grundsteinlegung für das fünfte Haus erfolgte vor 3 Tagen.

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Wer hart arbeitet, braucht auch mal eine Pause

 

Wir sind überwältigt und freuen uns, dass wir mit Ihrer finanziellen Unterstützung solche Fortschritte bei unserem Wiederaufbau-Projekt verzeichnen können.

Der Monsun hat dieses Jahr bereits Mitte Mai eingesetzt. Viele Straßen sind durch Erdrutsche blockiert. Auch die unbefestigte Trasse von Thulo Bharku nach Brabal ist seit gut zwei Wochen nur noch von Fahrzeugen mit Vierradantrieb unter allergrößten Mühen befahrbar. Wir sind froh, dass wir bereits vor dem heftigen Regen die Materialien wie Sand, Zement und Stahl ins Dorf transportierten. Nach Fertigstellung des fünften Hauses sind noch genug Materialien für den Bau eines weiteren vorhanden.

Danach machen wir eine kleine Bau-Pause, die bis zum Ende der Regenzeit im September dauern soll. Während dieser Phase werden die Arbeiter in ihren Distrikt zurückkehren. Da die meisten Arbeiter ihre Häuser durch das Erdbeben verloren haben, können sie die Zeit nutzen um die notwendigen Dokumente für die Beantragung der staatlichen Entschädigungssumme vorzubereiten.

Interessanterweise publizierte die Kathmandu Post gestern einen Artikel über den Auszahlungsprozess an die Erdbebenopfer. Es wird berichtet, dass die erste Rate von NPR 50.000 (ca. EUR 435) bereits an 5.800 betroffene Haushalte ausbezahlt wurde. Waren es vor zwei Monaten nur 641 Haushalte, die die Gelder entgegen nehmen konnten, ist das ein echter Fortschritt.

Ferner wird in diesem Artikel berichtet, dass die Opposition seit geraumer Zeit die Auszahlung der Gelder in einer Summe über NPR 200.000 an die Betroffenen fordert. Dazu sieht sich die National Reconstruction Authority (NRA) aufgrund besehender Richtlinien außerstande. Nach Angaben der NRA wurde die Bestimmung, die Entschädigung in Raten auszuzahlen, mit der Weltbank abgestimmt und bereits im August 2015 unterzeichnet. Die Weltbank äußerte zum damaligen Zeitpunkt Bedenken, dass die Verwendung der Gelder missbräuchlich erfolgen könnte, wenn sie in einer Summe zur Verfügung gestellt werden.

Um solche Bedenken nicht aufkommen zu lassen übergeben wir generell kein Bargeld an die Dorfbevölkerung. Vielmehr achten wir bei der Umsetzung unseres Projekts darauf, dass lediglich Materialien, Transport und Arbeitskraft für den Bau der Häuser zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich möchten wir mit der Regelung über die zu erbringenden Eigenleistungen vermeiden, dass seitens der Dorfbevölkerung eine “Handaufhalte-Mentalität“ entsteht. Die Bewohner können durch die Erbringung von Eigenleistungen Wertschätzung entwickeln und Verantwortung übernehmen. Letztlich gibt uns die positive Entwicklung unseres Projekts die Bestätigung, dass wir dabei den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Erfreuen Sie sich zusammen mit uns, den Dorfbewohnern und den Arbeitern an den nachfolgenden Fotoimpressionen der neuen Häuser:

Haus Nr. 1 von Diki und Renzin Tamang:

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Sabine und Temba vor dem neuen Haus von Diki & Renzin 

 

Haus Nr. 2 der Familie Damgyalmo & Lakta Tamang:

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Wunderschöner von Lakta geschnitzten Türrahmen

 

Haus Nr. 3 von Frau Yangri Tamang:

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Das fertige Haus von Yangri

 

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Wie schön, ein alter Fensterrahmen wurde wieder verwendet

 

Haus Nr. 4 der Familie Chho Pema & Sonam Tamang:

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Der Neubau von Chho Pema & Sonam

 

Fundamenterstellung Haus Nr. 5 der Familie Nima Pema & Babu Singhi Tamang:

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Grundsteinlegung

 

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Babu Singhi & Nima Pema

 

Vorbereitungen für das Haus Nr. 6 der Familie Senchhomo & Dandul Tamang:

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Gemeinsam geht das Trümmer abtragen am einfachsten

NAMASTE

Sabine & Temba

Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 17

31. Mai 2016 um 23:16

31. Mai 2016 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 17

Fortschritte sind ersichtlich!

Der Fortschritt ist wie ein Strom, der sich auf seine eigene Weise den Weg bahnt.
– Leopold von Ranke, Berliner Historiker –

 

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Wenn Nepal in den europäischen Medien erwähnt wird, dann meistens nur noch am Rande und im negativen Sinne über die Verzögerungen des Wiederaufbaus. Sicherlich hat dies seine Berechtigung, aber es gab in den letzten Wochen auch positive Meldungen, die wir hier gerne erwähnen möchten. Die folgenden Informationen haben wir der Kathmandu Post entnommen:

13.05.2016: Die Nepal Reconstruction Authority (NRA) hat das Post Disaster Recovery Framework (Dokument mit den Rahmenbedingungen und den Plänen zum Wiederaufbau) planmäßig zum Jahrestag des zweiten Erdbebens (12.05.2016) fertiggestellt.  Die Bekanntmachung der 5 Jahres-Planung erfolgte durch Premierminister Oli. Das Dokument statuiert, dass 838 Billionen Nepali Rupie für den Wiederaufbau notwendig sind.

13.05.2016: Unterzeichnung eines 1 Million Euro- Programms zwischen der EU und der TI Nepal (Transparency International Nepal) zur Förderung der Integrität, Transparenz, Rechenschaftspflicht und des sozialen Zusammenhalts im Rahmen der Wiederaufbaumaßnahmen.  Das Projekt ist für einen Zeitraum von 5 Jahre ausgelegt und Teil eines 105 Millionen Euro Pakets, das die EU für die Wiederaufbaumaßnahmen gewähren wird.

28.05.2016: Vereinbarung zwischen der NRA und drei Banken-Vereinigungen im Hinblick auf Kontoeröffnungen und Auszahlungen der Entschädigungssummen für betroffene Privathaushalte.  Auszahlungen sollen bis zu einer definierten Summe kostenfrei erfolgen.

 

 

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Arbeiter & Hausbesitzer in Brabal

 

Auch wir können Fortschritte von unserem Wiederaufbau-Projekt berichten. Es war mir ein Herzensanliegen vor meinem Deutschlandaufenthalt unser Wiederaufbau-Projekt in Brabal zu besichtigen. So reisten wir vom 18. bis 20. Mai 2016 ganz geschwind, wie der Wind, nach Brabal und zurück nach Kathmandu.

 

 

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Wunderschön geschnitzte Details am Türrahmen

 

Unterwegs haben wir in den Dörfern einige neue Häuser im Bau gesehen. Es tut sich etwas. Besonders erfreulich ist, dass die meisten mit seismischen Bändern und Eckverstärkungen in einer erdbebensichereren Bauweise erstellt werden.

Ab dem Ort Trisuli  konnten wir an der Straße, die über Shafru Bensi bis zur Grenze nach Tibet (Rasuwagadhi – Kerung) führt, viele Bauarbeiten beobachten. Neue Hangabsicherungen aus Gabionen mit Steinfüllungen wurden angebracht. Dies ist gewiss notwendig, da seit kurzem die Importlieferungen aus China über die Grenze Rasuwagadhi- Kerung erfolgen. Hunderte von bunt bemalten Lastwagen warten in dem Dörfchen Timure (Nepal)  auf die Zollabfertigungen und werden danach die Straße über Trisuli nach Kathmandu befahren. Zeitungsberichten zu Folge soll die Straße innerhalb der nächsten zwei Jahre ausgebaut und erneuert werden.

 

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Warten auf die Zollformalitäten

 

Die Fahrt von Sano Barkhu bis Brabal war, beziehungsweise ist ein wahres Abenteuer. Um die serpentinenreiche Strecke zu bewältigen mussten wir wegen der engen Wegführung mehrfach Anlauf nehmen um “die Kurven zu kriegen“. Bei trockenem Wetter ist es ratsam die Fenster zu schließen. Der feine Sand wirbelt auf und hinterlässt eine riesige Staubwolke. Bei Regenwetter ist es besser, die Straße, die sich in einen Schlamm-See verwandelt, zu meiden. Zu groß ist das Risiko, dass das Fahrzeug stecken bleibt.

Nach wie vor tut es mir in der Seele weh, zu sehen, wie sich der wunderschöne idyllische Wanderweg in einen befahrbaren Pfad verwandelt. Jetzt führt die Strecke  schon bis zum nächsten Ort Thulo Shafru. Dennoch bringt die Straße Fortschritt in die Dörfer. Ohne die neue Straße wäre es uns in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen, den Zement, Sand und Stahl nach Brabal zu transportieren.

 

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Ein befahrbarer Weg entsteht

 

Was mich nach unserer Ankunft in Brabal erwartete, hat alle meine Erwartungen und Vorstellungen übertroffen:

 

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Das erste Muster-Haus in Brabal

 

Ein Haus war bereits komplett erstellt. Ein weiteres Haus befand sich im Bauprozess und wartete auf die Dachkonstruktion. Mittlerweile ist dieses Haus ebenfalls fast fertig und ein Drittes ist im Bau. Temba und ich freuen uns riesig über die professionelle Bauweise, die hervorragende Leistung der Nepalesen sowie über die Solidarität und Zusammenarbeit der Dorfbewohner. Jeder hilft jedem – es wird zusammen Holz gesägt, Fensterrahmen und Türen gebaut, Steine ausgegraben. Die Regelung, dass jeder Betroffene Holz, Fenster-Glas und Steine selbst beschaffen muss und für die anschließende Innenausstattung (Boden, Raum-Dämmung, Einrichtung, etc.) eigenverantwortlich ist, wird bereitwillig umgesetzt.

 

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Das zweite Muster-Haus im Bau

 

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Dorfbewohner helfen sich gegenseitig

 

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Holzarbeiten – Fenster- und Türrahmen entstehen

 

Wir haben derzeit noch Materialien (Zement, Sand und Stahl) für fünf weitere Häuser in Brabal. Je nachdem wie sich die Regenzeit entwickelt, setzen wir die Bauarbeiten fort. Darüber hinaus kümmert sich Temba verstärkt um den Genehmigungsprozess in Dhunche.

Nach Fertigstellung von zwei Häusern können wir nun die konkreten Kosten für ein Haus beziffern. Die Kosten setzen sich aus Transportkosten (von Trisuli nach Brabal), Materialkosten (Sand, Zement, Stahl und Wellblech) sowie Arbeitskosten (Arbeitskräfte aus dem Okhaldunga Gebiet) zusammen und betragen für ein Haus EUR 7.250,00.

 

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Weiteres Baugrundstück in Vorbereitung

 

In diesem Betrag sind die Kosten für Fenster-Glas, Holz und Steine sowie die Materialien für die Innenausstattung (Raum-Dämmung, Boden, etc.) nicht enthalten. Diese Leistungen müssen als eigenständiger Beitrag durch die Dorfbewohner erbracht werden. Nur dadurch ist gewährleistet, dass Eigenverantwortung übernommen wird und eine Wertschätzung entstehen kann.

Viele weitere Fotos zum Projekt und Baufortschritt stellen wir in Kürze auf unsere Facebook-Seite: https://www.facebook.com/helpforlangtang/

NAMASTE!

Sabine & Temba

Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 16

25. April 2016 um 10:22

25. April 2016 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 16

Ein Jahr danach… und es hat sich gleichzeitig viel und wenig getan.

Welche Gegensätzlichkeit –  aber das spiegelt sich überall in Nepal:

  • Der höchste Punkt der Welt – Mount Everest mit 8.850 m im Khumbu und der niedrigste mit 60 m im südlichen Terai.
  • Heilige Plätze, gereinigt durch den Duft von Räucherstäbchen und stinkender Abfall gleich daneben.
  • Gelebte Traditionen in entlegenen Gebieten und selbst der Opa hat dort ein Smartphone am Ohr. 

     

     

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Smartphone-Nutzung in abgelegenen Dörfern

 

Hilfsorganisationen aus dem In- und Ausland haben im Rückblick sehr viel bewegt. Die nepalesische Armee und der Katastrophenschutz konnten Lebende unter den Trümmern bergen. Trinkwasseranlagen standen der Bevölkerung in Kathmandu und in den betroffenen Gebieten zur Verfügung. Lebensmittel, Plastikplanen und Wellblech wurden an die notleidende Bevölkerung verteilt. An vielen Schulen erfolgte die Einführung von Schulspeisungen; die Verteilung von neuer Schulkleidung und Schulrucksäcken symbolisierte Neuanfang. Familien sind in errichtete Notunterkünfte eingezogen. Der Wiederaufbau der Häuser hat begonnen und setzt sich fort.

Wenig Unterstützung kam und kommt seitens der nepalesischen Regierung.
Verzögerungen bei der Gründung der „Nepal Reconstruction Authority (NRA)“.
Verzögerungen bei der Veröffentlichung des neuen Building Codes.
Verzögerungen bei dem Abruf der international zur Verfügung gestellten Hilfefonds.
Verzögerungen bei der Verteilung von staatlicher Unterstützung an die betroffenen Familien. Tausende leben immer noch in Notunterkünften. Bei allem, was Handlung und Umsetzung seitens der Regierung erfordert, ist die Bevölkerung in ständiger Warteposition. Gezwungen zum Ausharren und anschließendem Akzeptieren. Jede Aktivität wird schon im Keim verstickt. Nur wenige folgen ihrem eigenen Tatendrang.

 

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Zerstörte Häuser provisorisch mit Wellblech repariert

 

Medienberichten zufolge haben 31.000 Familien begonnen ihre Häuser in den betroffenen Gebieten selbst wieder aufzubauen. Das hat die NRA Behörde nun dazu bewogen ihre strikte Regelung etwas aufzuweichen. Zuvor sollte keine Auszahlung der Entschädigung erfolgen, sofern Familien bereits mit dem Wiederaufbau begonnen haben. Jetzt sollen die Ausgleichssummen auch an die Haushalte fließen, die mit dem Hausbau begonnen haben und eine erdbebensichere Bauweise vorweisen können. Insgesamt sind mehr als 770.000 Häuser durch das Erdbeben zerstört.  Bisher haben nur 641 Haushalte in Singati (Dolakha Distrikt) die erste Rate von NPR 50.000 (ca. EUR 435), der von der Regierung angekündigten Entschädigungssumme über insgesamt NPR 200.000 (ca. EUR 1.740) erhalten (Quelle: Kathmandu Post, 18.04.2016).

Der Chef der NRA Behörde Sushil Gyewali teilte in einem Zeitungsinterview mit, dass die Behörde zuversichtlich ist und der gesamte Wiederaufbau innerhalb 5 Jahren abgeschlossen ist. Dazu soll zum Jahrestag des Erdbebens ein Dokument mit den Rahmenbedingungen und den Plänen zum Wiederaufbau in den nächsten Jahren veröffentlicht werden.

 

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Kathmandu Durbar Square – Kumari-Haus mit Stützbalken

 

Gleichzeitig mit Frühlingsbeginn hat unser Wiederaufbauprojekt an Fahrt aufgenommen. Alles ist im Fluss. Erneuerung und Wachstum symbolisieren das Frühjahr und das scheint sich auf unser Vorhaben übertragen zu haben.

 

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Steinklopf-Arbeiter aus Okhaldhunga (Distrikt in Ost-Nepal)

 

Seit dem 27.03.2016 ist die nepalesische Gruppe aus dem Okhaldhunga Distrikt fleißig bei der Arbeit in Brabal. Steine werden ausgegraben und in Form geklopft, Schubkarren voller Erde hin- und hergeschoben.  Die Dorfbewohner sind mit Holzarbeiten beschäftigt und es entstehen Tür- und Fensterrahmen. Der 01.04.2016 ist ein historischer Tag; die Strasse führt nun von Thulo Barkhu durchgehend bis Brabal. Jetzt setzt der Dominoeffekt ein. Ein Dominostein stößt den anderen an und es läuft vieles wie von selbst.

 

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Die Straße führt bis zum Ortseingang Brabal

 

Keuchend schnauft der vollgeladene 4 Tonner die erdige Piste hinauf. Die erste Ladung Sand und Zement erreicht Brabal am 04.04.2016.  Als ich die Fotos von der Wegführung und den umgestürzten Bäumen sehe, zerreißt es mir das Herz. Wie oft sind wir die wunderschöne Strecke Thulo Bharku – Brabal durch die idyllische Wald- und Berglandschaft gelaufen. Straßenbau in den abgelegenen Gebieten Nepals. Fluch oder Segen? Auf jeden Fall eröffnet die Straße neue Möglichkeiten und erleichtert den Transport. Zur Grundsteinlegung am 04.04.2016 wird ein buddhistischer Priester, der die heiligen Texte liest und eine Räucher-Zeremonie durchführt, bestellt. Sechs Tage später, am 10.04.2016 ist das Fundament des neuen Hauses komplett gelegt.

 

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Fundament des ersten Muster-Hauses in Brabal

Nun geht es an den schwierigsten und für die Dorfbewohner recht unbekannten Teil des Bauwerkes: die Erstellung des ersten seismischen Betonbands. Gemessen, gebogen, gewogen, gemischt – alles ganz exakt nach den Vorgaben des Baudossiers und Building Codes. Am 12.04.2016 ist das Betonband pünktlich zum nepalesischen Jahreswechsel fertiggestellt.

 

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Die Eisenhaken müssen exakt platziert werden

 

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Holzschalung für das erste seismische Betonband

Das Setzen der Türen, insbesondere der Eingangstür erfordert eine korrekte Ausrichtung nach der entsprechenden Himmelsrichtung. Die Platzierung der Haustür Richtung Norden ist nicht möglich. Es besteht in Nepal der Glaube, dass den Hausbewohnern dann großes Unglück widerfährt. Sämtliche Türen haben zum 15.04.2016 ihren Platz gefunden. Die Arbeiten zum zweiten seismischen Band gingen den Arbeitern schon leichter von der Hand. So konnten am 21.04.2016 sogar schon die Fensterrahmen eingebaut werden. Das dritte seismische Band ist derzeit in Entstehung.

 

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Die Türen sind gesetzt

 

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Baufortschritt in Brabal – Fenstereinbau

 

Wir gehen davon aus, dass das erste Musterhaus Mitte Mai fertig gestellt und vor dem Monsun beziehbar ist. Wenn alles planmäßig verläuft wird in Kürze der Bau des zweiten Musterhaus in Angriff genommen.

Gerne möchten wir an dieser Stelle auf unsere Portrait-Serie, die wir auf unserer Facebookseite veröffentlichen, aufmerksam machen. Wir stellen regelmäßig die Bewohner/innen des Dorfes Brabal mit einer kleinen Beschreibung vor.  Außerdem können aktuelle Fotos vom Baufortschritt unter  www.facebook.com/helpforlangtang eingesehen werden.

 

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Kamsya Tamang – Hausfrau & Farmerin aus Brabal

 

Die Projektbeschreibungen zur Sunaulo Erdbebenhilfe, Trinkwasserversorgung und Müllentsorgung (Gemeinschaftsprojekt mit den Engineers Without Borders e.V., Karlsruhe) sind nun eingestellt und können auf unserer Webseite www.sunaulosansar.org  abgerufen werden.

NAMASTE!!