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Flughafen Kathmandu …

15. April 2014 um 16:55

… ausgebremst im Chaos

Als ich im März 2014 in Kathmandu mit einer unzähligen Menge an Nepalesen in Kathmandu gelandet bin, habe ich gleich eine wirksame Entschleunigung erfahren. Eigentlich wollte ich nach dem Flug nur noch raus aus dem Flughafengebäude und nach Hause.

Nachdem die Abwicklung der Visaformalitäten ungewöhnlich schnell erfolgte, freute ich mich riesig. Alles schien wie am Schnürchen zu klappen- nur noch das Gepäck einsammeln und dann nichts wie raus, dachte ich.

Am Gepäckband 1 (insgesamt gibt es drei Gepäckbänder im Flughafengebäude und mittlerweile sind auch alle nummeriert!) im Erdgeschoss des Gebäudes angekommen, standen bereits dicht gedrängt alle Nepalesen um das Band. Geduldig und gleichmütig  warteten sie auf ihre Fernseher, Mikrowellen, Decken und andere elektronischen Artikel, die sie ihren Familien als Mitbringsel aus dem (meistens arabischen) Ausland überreichen werden.

Fest und mit farbigen Kordeln verschnürte Pakete, Koffer eingeschweißt in mehrere Lagen Plastikfolie und bunte, karierte, große Plastiktüten-Taschen fuhren an dem Gepäckbank an mir vorbei. Plötzlich stoppte das Band – vermutlich eine Überspannung des Generators oder Zeit für die planmäßige Stromabschaltung – kurz darauf  lief es wieder an.

Um mich herum aufgeregte Nepali, die sich riesig auf das Wiedersehen mit den Familien in ihrem geliebten Heimatland freuten.

Endlich nach gefühlten 1 ½ Stunden – eine meiner Taschen….rollte langsam auf dem Band in meine Richtung. Ich schnappte sie und hievte das schwere Gepäck auf den Trolly mit den eierigen Rädern. Da – ich erspähte meine zweite Tasche und  schwupp lag auch diese auf dem Gepäckwagen.

Jetzt aber nichts wie raus hier. Nun so schnell geht das in Nepal jedoch nicht – bevor jemand das Gebäude verlässt, müssen die Gepäckabschnitte auf der Boardingkarte mit denen am Gepäck verglichen werden. Ok, ich reihte mich in die Schlange ein und als meine Abschnitte übereinstimmten durfte ich passieren. Juppie – gleich geschafft oder doch nicht. Wieder eine Schlange…. jetzt an einer Sicherheitsschleuse für das Gepäck.  Alle Nepalesen legten brav das Gepäck darauf und warteten bis es wieder herauskam. Als ich fragte, ob ich mein Gepäck auch durch die Schleuse befördern müsste, wurde mir geantwortet: „Nein nicht zwingend erforderlich“. Diese Logik wollte ich schon lange verstehen. Oder war es mal wieder einer der Vorteile, die Ausländer  genießen?

Wunderbar 2 Stunden nach Landung schob ich also meinen Trolly gen Ausgang.
Endlich – entschleunigt und angekommen  zu Hause in meiner nepalesischen Heimat.

Namaste!

 

HAPPY NEPALI NEW YEAR

14. April 2014 um 10:14

HAPPY NEW YEAR 2071
Nepalesische Zeitrechnung Bikram Sambat (B.S
.)

Heute am 14.04.2014 feiern wir in Nepal Neujahr und befinden uns im Jahr 2071 (Monat Baishak).

Ganze 56,7 Jahre ist die nepalesische Zeitrechnung, die auf Hindu-Tradition beruht, dem abendländischen Kalender voraus.

Der Kalender Bikram Sambat (B.S.) geht auf den König Bikramaditya Samvat zurück.
Die Sieben-Tage-Woche und die Anzahl der Monate entspricht dem gregorianischen Kalender.

Die Monate beginnen bei den Nepalesen allerdings in der Mitte eines jeweiligen Monats der christlichen Zeitrechnung. Das neue Jahr startet im Himalaya-Staat Mitte April.

Gefeiert wird das neue Jahr meistens im Kreise der Familie mit leckerem Essen und fröhlichem Beisammensein. Die junge Generation in Kathmandu nimmt allerdings stetig die westliche Ausgeh- Mentalität an und feiert in Restaurants oder Locations mit Life-Musik. Da Feuerwerkskörper in Nepal verboten sind, gibt es um Mitternacht kein explosives und farbiges Spektakel am Himmel zu sehen. Insgesamt wird dem Jahreswechsel in Nepal nicht so viel Bedeutung beigemessen. Viele der ethnischen Volksgruppen (z.B. Sherpa, Gurung, Tamang, Newari, etc.) feiern ihr eigenes Neues Jahr zu anderen Zeitpunkten (im Januar, Februar, Oktober, etc.) und durchweg wird ein anderer Jahresbeginn zelebriert.

 

 

Everest Trekking – Reisebericht & Impressionen

13. April 2014 um 17:35

 April 2008 –  „ Der Weg ist das Ziel“

Am 9.04.2008 sind  wir mit einer kleinen Propellermaschine (Made in Germany, Baujahr 1989) von Kathmandu nach Lukla geflogen. Beim Einsteigen hatten wir alle ein etwas mulmiges Gefühl, aber nach 40 Minuten setzte der Pilot zielsicher zwischen den Bergen zur Landung an.

Bevor wir unsere erste Tagesetappe von Lukla nach Phagding in Angriff genommen haben, gab es erstmals ein leckeres Frühstück bei Sonnenschein.

Sichere Landung in LUKLA (2.840 m)

 

In Lukla liegt doch tatsächlich ein
Yak mitten auf dem Weg und
macht es sich bequem.

  

Auf dem Weg nach Phagding (2.610 m)  sind viele
tibetische Manisteine zu sehen. Nach
buddhistischer Tradition wird der
Manistein immer links herum umgangen.

Zwei Welten

10. April 2014 um 9:07

Durch meine langen Deutschlandaufenthalte in den vergangen Jahren, sind  die beiden  Welten, in denen ich lebe, ein bisschen näher zusammengerückt. Die wunderbaren Monate in Deutschland waren sehr wichtig für mich und haben mich „Sowohl als auch“ anstatt „Entweder oder“  gelehrt. Ich danke Euch allen von ganzem Herzen  für die erlebnisreiche Zeit Zuhause in meiner deutschen Heimat.

Es hat so viel Spaß und Freude gemacht Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden und meinen Kollegen zu verbringen. Ich habe die deutschen Strukturen und Regeln genossen. Die klare, reine Luft, die sattgrünen  Wälder und Wiesen, der Blütenduft, das Spazierengehen am Rhein, die Sauberkeit überall, das kulturelle Angebot, die deutsche Sprache, die Pünktlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel, das warme und heiße Wasser aus dem Wasserhahn, Elektrizität zu jeder Tages- und Nachtzeit, das superschnelle Internet, …. Wissen wir eigentlich wie gut es uns geht?

Schockiert hat mich das Überangebot an Waren – Regale voll Joghurt mit zig verschiedenen Geschmacksrichtungen – und eigentlich kann jeder sowieso nur einen essen -, die alltägliche Hektik, der hohe Leistungsdruck, die allgemeine Unzufriedenheit, die wie eine Glocke über dem ganzen Land liegen und deren man sich nur mühsam oder fast gar nicht entziehen kann.

Höher – Schneller – Weiter – rasend und keuchend hängt der Hamster in seinem Rad.

Bei der Ankunft in Kathmandu höre ich meine Seele freudig rufen: „Endlich – ich kann wieder atmen…“ …. trotz abgasverpesteter Luft,  trotz Stromausfällen, trotz Müll auf den Straßen, trotz eisigem Wasser, das aus dem Wasserhahn fließt, trotz all dem Chaos, das überall herrscht.  Ich bin Zuhause in meiner nepalesischen Heimat.  Eine extreme Lebendigkeit durchströmt mich und ich nehme alle Geschehnisse intensiv wahr. Die Wärme und die Gläubigkeit der Menschen, die faszinierenden schneebedeckten Bergriesen,  die Altertümlichkeit der Städte  lassen Nepal zu einem Kraftplatz mit ganz besonderen Energien werden.

Namaste!

SAM_6349

Königswald – unentdeckte Oase im Chaos

5. April 2014 um 21:45

Im Ortsteil Lazimpat verbirgt sich eine grüne Oase – der kleine Königswald – RANIBAN.

Leicht zu finden über die Lazimpat Hauptstraße, Richtung Maharajgunj bis zum Hotel Shangrila. Danach am Hotel direkt links abbiegen und dem Straßenverlauf folgen bis zur Rani Devi Kreuzung. Von dort aus ist der kleine Park zu sehen und über eine Steintreppe zu erreichen.  Der Eintritt für Nepali und Touristen beträgt jeweils  NPR 10.

Sobald der Eingang hinter einem liegt, strömt frische Luft in die Nase und ein Wald-Duft erfüllt den ganzen Körper. Das Grün ist wohltuend für die Augen. Ein kleiner Natur-Genuss mitten im Moloch Kathmandu.

Ein kleiner Pfad umrundet das untere Waldgebiet, weiter oben gelegen befindet sich eine kleine Tempelanlage. Große, starke und majestätische Bäume sind mit Bindfäden umwickelt und werden verehrt. Es ist wohltuend die Gläubigen bei Ihren Verehrungszeremonien zu beobachten.

 

Am Wochenende wird der Naturort auch als Picknick- Platz für Familien und Freunde genutzt. Wie schade, dass manchmal der verbleibende  Müll einfach liegengelassen wird. Hoffentlich wächst das Umweltbewusstsein in Nepal fortlaufend, um zukünftig diese grünen Oasen erhalten zu können.