Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 22

18. Oktober 2017 at 11:39

18. Oktober 2017 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 22

Frohes Lichterfest – Happy Diwali

Göttin Laksmi (published Wikinut Image)


Das Lichterfest Tihar hat gestern mit der Verehrung der Krähen begonnen. Heute, am Tag der “Kukur Puja” sind überall Hunde mit roten Tikas und Blumengirlanden um den Hals zu sehen. Neben den Krähen und Hunden werden auch Kühe und Ochsen verehrt und als Inkarnationen der Göttin Laksmi, die als “Hauptperson” des Festivals fungiert, gefeiert. Laksmi ist die Göttin des Wohlstands und Glücks. Während der bunten Feierlichkeiten sind Häuser und Gebäude mit blinkenden Lichterketten und Blumengirlanden aus Tagetes geschmückt. Damit die Göttin den Weg in die Häuser findet und den Wohlstand in die Familien bringen kann, wird am dritten Tag, dem Tag der “Laksmi Puja” ein wunderschön verzierter Weg zum Hauseingang gemalt. Um diesen Weg besonders attraktiv zu gestalten, wird am  Anfang ein kreisrundes buntes Mandala, das Rangoli, gemalt. Die mit glitzerndem Farbpulver und Blütenblättern gestalteten Rangolis sind mittlerweile wahre Kunstwerke. Heutzutage können dafür sogar Vorlagen im Internet heruntergeladen werden. 

In den Familien werden Früchte und Süßigkeiten serviert. Am letzten Tag des Festes, dem “Brudertag” (Bhai Tika) geben Schwestern ihren Brüdern eine Tika (Segenszeichen) auf die Stirn und erhalten dafür ein kleines Geschenk.

So wie die Göttin Laksmi Wohlstand und Glück in die Häuser bringt, tragen Sie liebe Spender, Förderer, Mitglieder, Volontäre und Freunde von Sunaulo Sansar dazu bei, den Bewohnern von Brabal neues Glück in Form eines Hauses zu bescheren.

Innerhalb der letzten fünf Monate hat sich beim Wiederaufbau einiges getan und wir können Neues berichten.

Neuigkeiten aus Brabal

Dorf Brabal mit neuen Häusern


Ende September machten wir uns auf den Weg nach Brabal.  Aufgrund der bereits begonnenen Trekking-Saison konnten wir dafür drei Tage  einplanen. Einen Tag um nach Brabal zu kommen, einen Tag um die Häuser zu besichtigen und einen Tag um zurück nach Kathmandu zu fahren.

Die Straßenverhältnisse nach Thulo Barkhu waren verheerend. Ab Trisuli begleiteten uns vom Regen aufgeweichte und matschige Wege. Die von der nepalisch-tibetischen Grenze kommenden Lastwagen gruben sich tief in die Schlammmassen und schwankten wie Betrunkene auf unseren seitlich stehenden Jeep zu. Wir hofften darauf, dass keiner davon im Matsch stecken blieb. Das hätte das Ende unserer Reise bedeutet.

 

Schlammige Straßen ins Langtang Gebiet


Göttin Laksmi begleitete uns wohl, denn das Glück war auf unserer Seite und so kamen wir noch vor Einbruch der Dunkelheit in Thulo Barkhu an. Der Schotterweg nach Brabal war durch einige Felsabgänge blockiert. So mussten wir die  letzten 6 km zu Fuss gehen. Wir waren dabei in guter Gesellschaft. Kinder aus Brabal und Thulo Shafru, die in Kathmandu zur Schule gehen, kletterten mit uns zusammen die steile Strecke hoch. Es war der erste Tag der einmonatigen Dashain und Tihar Ferien und die Mädchen und Jungs kehrten zurück in ihre Dörfer.  

 

Blockierte Wege

 

Als wir in Brabal ankamen war es bereits Nacht. In der letzten Stunde halfen uns die Taschenlampen die Richtung zu halten. Das Gehen in stockdunkler Finsternis auf holprigem Untergrund mit abschüssigen Stellen erforderte enorme Konzentration. Müde und erschöpft genossen wir das späte Abendessen.

Am nächsten Tag machten wir einen Rundgang durch das Dorf. Die Dorfbewohner und Arbeiter waren sehr fleissig. Insgesamt sind nun 16 Häuser komplett wiederaufgebaut. 5 Häuser befinden sich derzeit  im Rohbau. Wir gehen davon aus, dass diese nach den Tihar Festlichkeiten fertig werden. Unser Ziel ist es zwei weitere Häuser vor Wintereinbruch zu errichten.

Mittlerweile überprüften auch Ingenieure der Nepal Reconstruction Authority (NRA) die Erdbebensicherheit der Häuser vor Ort und gaben das Okay für die Auszahlung der zweiten Tranche der staatlichen Entschädigungssumme über NPR 150.000 (ca. EUR 1.250,00).

Während unserem Besuch war es wieder eine Freude die Gestaltungsvielfalt und  individuellen Inneneinrichtungen der Häuser  zu sehen. Was uns besonders begeisterte waren dieses Mal die selbstgestalteten Küchenzeilen mit eingebauten Spülen und Regalen. Selbst die Henkel der darauf stehenden Tassen und Gläser zeigten in die gleiche Richtung. Bei dieser Struktur und Übersichtlichkeit kommen sicherlich auch Ordnungs-Experten ins Staunen.

 

Wunderschöne Küchenzeile von Nima Tenzin und seiner Frau Kamsya

 

Selbstgestaltete Küche von Phurpu und seiner Frau Karma Yangzen

 

Kreativität im Haus von Bunima und seiner Frau Himali

 

Politische Bewegungen im Land

Ins Staunen wurde auch die Bevölkerung durch den plötzlichen Zusammenschluss der mitregierenden Maoistenpartei CPN (Maoist Center)  mit der CPN-UML Partei (Kommunisten) und der Naya Shakti Partei Ende Oktober versetzt. Das Wahlbündnis hat sich zum Ziel gesetzt, die Zweidrittelmehrheit in den kommenden Landtags- und Bundestagswahlen Ende November / Anfang Dezember zu erreichen.

Zwischenzeitlich hat sich die regierende Congress Partei mit der Nepal Loktantrik Forum (NLF) verbündet. Premierminister Sher Bahadur Deuba hat das Kabinett umgestaltet und Minister ausgetauscht. Die politische Entwicklung dreht sich weiterhin im Kreis und es bleibt abzuwarten, wie die kommenden Wahlen ausgehen werden.


Wer möchte Brabal und seine Bewohner kennenlernen?
Kultur & Social Tour – neues Reiseangebot

Dorfbewohner von Brabal beim Meeting

 

Versammlung im neuen Haus von Bunima


Wer sich die nachfolgenden Impressionen von den Bauarbeiten und neuen Häusern nicht nur auf Fotos ansehen möchte, kann sich gerne für die Teilnahme an der Kultur & Social Tour im November nächsten Jahres anmelden. Nachdem uns viele Anfragen erreichten, haben wir diese Tour konzipiert. Hiermit möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, unsere Sozialprojekte, insbesondere das Wiederaufbauprojekt zu besuchen und die Bewohner von Brabal kennenzulernen. Ein ausgewogenes Stadtbesichtigungsprogramm mit Besuch der drei Königstädten runden die Reise ab. Unter dem nachfolgenden Link sind weitere Informationen zu finden. Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung:

http://www.tembasnepaltrek.com/de/reisetermine/icalrepeat.detail/2018/11/12/234/-/kultur-social-tour-19-reisetage-ab-bis-kathmandu#reiseverlauf


Weitere Fotoimpressionen aus Brabal:

 

Häuser von Tsewang und Nono im Rohbau 

 

Haus von Dharma im Rohbau

 

Haus von Phurpu und Karma Yangzen

 

Kamsung vor seinem fertigen Haus

 

Nima Tenzin vor seinem neuen Haus

Besuch der Bundestags-Vizepräsidentin in Nepal

27. Juni 2017 at 23:05

Appell nepalische Arbeitskräfte nicht in die Golfstaaten zu senden


Am 9. April 2017 reiste Claudia Roth mit einer Delegation nach Nepal. Während des Empfangs in der Deutschen Botschaft Kathmandu sprach die Vizepräsidentin von der langjährigen und freundschaftlichen Verbindung zwischen Nepal und Deutschland. „Gerade in der heutigen Zeit, die von Konflikten, Kriegen und weiteren Herausforderungen geprägt ist, ist es besonders wichtig Brücken zu bauen.“  betonte die Vizepräsidentin des Bundestags in ihrer Rede.

Während ihres dreitägigen Aufenthalts traf sich die Vizepräsidentin mit der nepalischen Präsidentin Bidhya Devi Bhandari und der Parlamentssprecherin Onsari Gharti Magar. Ein weiterer Austausch fand mit Abgeordneten, Vertretern der Zivilgesellschaft und Menschenrechtsverteidigern statt. Gesprächsthema war unter anderem der hohe nepalische Migrationsanteil in den Golfstaaten, insbesondere in Qatar. Roth bezeichnete das bestehende Kafala System als moderne Sklaverei. Schlechte Arbeitsbedingungen, glühende Hitze und mangelnde Hygiene führten bereits zum Tod vieler Nepali, die am Bau des neuen Fußball-Stadions für die FIFA Weltmeisterschaft 2022 mitgewirkt hatten.

In einem Pressegespräch gab die Vizepräsidentin deshalb die Empfehlung ab, weitere Arbeitskräfte nur dann in die Golfstaaten zu schicken, wenn den Migranten bessere Arbeitsbedingungen und Rechtsschutz gewährt werden. Von besonderer Wichtigkeit wäre dabei das Kafala System anzupassen und Gesetze für Migranten gemäß den Standards der International Labour Organisation zu schaffen.

In Bezug auf die anstehenden Lokalwahlen äußerte sich Roth hoffnungsvoll. Sie rief dazu auf, die Wahlen in demokratischer und integrativer Weise abzuhalten und eine Teilnahme aller Parteien sowie aller Bürger aus den verschiedenen Regionen des Landes sicherzustellen.
Quellen:
Empfang Deutsche Botschaft Kathmandu, 09.04.2017: Teilnahme

The Himalayan Times, 12.04.2017: Nepal should not send labour to Qatar under Kafala law: Bundestag Vice President

Artikel erschienen in der Zeitschrift der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft „Nepal-i“ (deutsch-nepali Magazin) – Ausgabe 116/2017

Deutscher Delegationsbesuch in Nepal (2. – 5. April 2017)

28. Mai 2017 at 22:36

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks führt Gespräche über Klimawandel, Waldrestauration, Bodenschutz und besucht Projekte, die mit deutschen Mitteln gefördert werden.

Nepal ist ein Land, das durch den Klimawandel stark gefährdet ist. Gletscherschmelze und der dadurch hervorgerufene Anstieg des Wasserspiegels von Gletscherseen sind weiterhin zu erwarten. Die Luftverschmutzung in Kathmandu und Umgebung ist alarmierend. Eine gute Waldrestauration und Aufforstung können dazu beitragen die Erderwärmung zu stoppen und den Klimawandel aufzuhalten. Auch der Boden- und Wasserschutz sind in diesem Zusammenhang relevante Themen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Der viertägige Aufenthalt der Bundesumweltministerin Dr. Hendricks fällt in eine Zeit, in der die schlechte Luftqualität in Kathmandu immer spürbarer wird und die Stadt unter einer dunklen Smog Glocke verschwindet. Deutschland gehört zu den wichtigsten bilateralen Gebern Nepals. Die langjährigen diplomatischen Beziehungen zu dem kleinen Himalaya Staat machen Deutschland zu einem verlässlichen Partner. Der Austausch über brisante Umweltthemen war einer der Schwerpunkte des Aufenthalts der Ministerin. Während dem Ministertreffen wurden Möglichkeiten der technischen Zusammenarbeit erörtert und die kurzfristige Implementierung eines Bodenschutz Projekts besprochen. „Die Ausstattung der zahlreichen Ziegeleien mit Filtern, könnte im Rahmen der technischen Zusammenarbeit ein deutscher Beitrag zur Reduzierung der Verschmutzung und Verbesserung der Luftqualität in Nepal sein.“ äußerte die Umweltministerin in einem Pressegespräch.

Der Besuch von geförderten Projekten bildete den weiteren Schwerpunkt der Reise. Während der Besichtigung eines Dorfentwicklungsprojekts „Climate Smart Village“ im Kavre Distrikt stellten nepalische Frauen ihre Arbeit mit großem Selbstbewusstsein der Delegation vor. Im Wissenspark Godavari, einem Model für ganzheitliche Entwicklung und Praktiken in der Landwirtschaft, hat sich die Ministerin über die Inhalte und Ergebnisse informiert. Vor Ort sind verschiedene Technologien in den Bereichen erneuerbare Energien, Wassermanagement, Vegetation und Bodenbewirtschaftung zu sehen.  Das Projekt kann von jedermann besichtigt werden und soll die Besucher über die Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung in einem Hochgebirge Ökosystem informieren und sensibilisieren. „Ich bin sehr beeindruckt, was in Nepal zum Schutz der Wälder gemacht wird.“ erklärte die Ministerin gegenüber Pressevertretern.

Bei einem Besuch der Altstadt von Patan hat sich die Umweltministerin von den Wiederaufbauarbeiten überzeugt. Der mit Tempelanlagen übersäte Königsplatz in Patan war durch das verheerende Erdbeben im April 2015 stark betroffen.  Jetzt, fast zwei Jahre danach, befindet sich die vom Kathmandu Valley Preservation Trust geleitete Restauration in vollem Gange. Die einzelnen Tempel, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, werden unter anderem mit deutscher Beteiligung wiederaufgebaut. Direkt nach dem Erdbeben konnten viele historische Bauteile mit der Hilfe von Bewohnern und anderen Freiwilligen eingesammelt und im Innenhof des Museums gelagert werden. So blieben sogar Holzschnitzereien aus dem 9. Jahrhundert erhalten. Die akribische Sortierung und Nummerierung der nicht beschädigten Elemente erleichtern nun die Restaurierungsarbeiten. Die im Land vorhandenen Fähigkeiten der Handwerkskunst tragen darüber hinaus zu einem erfolgreichen Wiederaufbau bei. Heiligtümer und Tempel sind ein wichtiger Bestandteil im Alltag und Leben der Bevölkerung. Die deutsche Beteiligung am Wiederaufbau der Tempelanlagen findet dadurch eine besondere Bedeutung für die Menschen vor Ort.

Santa Man Maharjan, Einwohner von Patan und Betreiber des Gästehauses Lalit Heritage Home berichtet in einem Gespräch über die kulturelle Bedeutung des Patan Durbar Square. Der Platz ist ein lebendiges offenes Denkmal. Früh morgens und abends ist die Geschäftigkeit um den Tempelbereich besonders wahrzunehmen. Für alte und junge Menschen ist der altertümliche Bezirk als Treffpunkt nicht wegzudenken.  Während der vielen nepalischen Feste spielt dieser, für die Einheimischen so besondere, Ort eine zentrale Rolle und wird für traditionelle Aufführungen und Prozessionen genutzt.

„Ich kann die Wiederaufbauarbeiten am Durbar Square täglich von der Dachterrasse meiner Pension beobachten. Obwohl der Platz schon seit langer Zeit frei geräumt ist, gehen die Arbeiten langsam voran.“ setzt Santa seine Ausführungen fort.  Schuld daran ist seiner Meinung nach, die schleppende Initiative und Handlungsfähigkeit der nepalischen Regierung. Seine Enttäuschung ist ihm dabei ins Gesicht geschrieben.

Von seinem Logenplatz aus, hat Santa die deutsche Delegation am Tag des Ministerbesuchs allerdings nicht entdeckt. Das findet er sehr schade, denn er schätzt den deutschen Beitrag zum Wiederaufbau sehr. „Deutschland unterstützt die Stadt Patan mit Spendengeldern in verschiedenen Bereichen. Vor einigen Jahren wurde ein Projekt zur Müllentsorgung umgesetzt. Im Vordergrund der Unterstützung steht nun der Wiederaufbau der Tempelanlagen und damit der Lebendigkeit und Essenz des Weltkulturerbes.“

Die nachfolgende Aufforderung der Umweltministerin an die Menschen in Nepal könnte ein wirksames Mittel gegen die tiefe Enttäuschung von Santa über die eigene Regierung sein:

„Ich möchte die Menschen in Nepal aufrufen zur Wahl zu gehen und von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen.“

 


Pressegespräch in Kathmandu

 

Artikel erschienen in der Zeitschrift der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft „Nepal-i“ (deutsch-nepali Magazin) – Ausgabe 116/2017

Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 21

10. Mai 2017 at 16:22

10. Mai 2017 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 21

Was sich in drei Monaten alles bewegen kann…


Seit der Versendung unseres letzten Rundbriefs und dem erneuten Start des Wiederaufbau-Projekts im Februar 2017 sind mittlerweile drei Monate vergangen.

Heute ist Vollmond. Es ist Buddha Jayanti, der Geburtstag von Prinz Siddhartha Gautama, später Gautama Buddha.

Die meisten Buddhisten in Nepal besuchen während diesem Fest mindestens eine der beiden Stupas in Swayambunath oder in Boudhanath um eine Kora (Umrundung der Stupa) zu gehen oder Butterlampen anzuzünden. Normalerweise sind die Wege rund um die Heiligtümer mit Gebete murmelnden Menschen überfüllt. Ein schnelles Durchkommen ist fast nicht möglich. In diesem Jahr sind es nur wenige, die ihre Runden drehen. Dies liegt zum einen daran, dass das Fest nach buddhistischem Kalender in einen “schwarzen” Monat fällt. Zum anderen aber auch an einem weiteren wichtigen in Kürze stattfindenden Ereignis: den Kommunalwahlen in Nepal. Viele Wahlberechtigte sind bereits unterwegs in die Dörfer um dort ihre Stimme abzugeben.


Die örtlichen Wahlen werden in zwei Phasen an zwei verschiedenen Tagen erfolgen. Diese Lösung ist den protestierenden Madhesi-Parteien, die die Wahlen aufgrund bisher nicht erfolgter Anpassung der Verfassung vom 20.09.2015 eigentlich boykottieren wollten, zuzuschreiben.  Die erste Phase umfasst den Wahltag am kommenden Sonntag, 14. Mai 2017  in 33 Distrikten der neuen Provinzen (Bundesstaaten) Nr. 3, 4 und 6. Die zweite Phase der Wahlen findet am Mittwoch, den 14. Juni 2017 in 43 Distrikten der Provinzen Nr. 1, 2, 5 und 7 statt. Die Verwaltungsgliederung in 75 Distrikte hat sich nicht geändert und ist nach wie vor gegeben.  Da der Distrikt Rukum jedoch in einen östlichen  Teil, der der Provinz Nr. 5 zugeordnet ist und einen westlichen Teil in der Provinz Nr. 6 untergliedert ist, ergibt sich die oben aufgeführte Zahl von 76 Distrikten.


Die Meinungen zu den Wahlen im Lande sind geteilt. Lokalen Zeitungsberichten zufolge haben die Menschen in Jumla kein Interesse an einer Wahlbeteiligung. Die dortige Bevölkerung, insbesondere die Jugend macht sich derzeit auf um Yarsagumba, den chinesischen Raupenpilz zu sammeln. Die Erntezeit, die auf die Monate Mai bis Juli begrenzt ist,  fällt genau in den Wahlzeitraum. Die meisten Menschen im Jumla Distrikt erwirtschaften in dieser relativ kurzen Zeit ihren gesamten jährlichen Lebensunterhalt durch das Sammeln und den Verkauf des Pilzes. Der Pilz, der auch “Himalayan Viagra” genannt wird, hat heilende Kräfte und wird zur Herstellung von Medizin verwendet.

Unterdessen nähern sich die Wahlkämpfe in Kathmandu und anderen nepalischen Städten dem Höhepunkt. Parteimitglieder ziehen zum Stimmenfang mit dröhnenden Lautsprecheransagen, lauter Musik und Motorrad Konvois durch die Straßen. Selbst telefonisch versuchen einige Kandidaten die Bürger von sich und ihrem Parteiprogramm zu überzeugen.

Damit sich auch Lehrer und Lehrerinnen  in den Wahlkampf einbringen und ihren Stimmzetteln in die Wahlurne werfen können, hat die Regierung ab heute Schulferien für vier Tage angeordnet.

Auch unsere Arbeiter in Brabal werden in den nächsten Tagen ihre handwerklichen Tätigkeiten einstellen, in ihre Dörfer ziehen und von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch machen.


Die Arbeiter und Bewohner von Brabal haben zwischenzeitlich hervorragende Arbeit geleistet. Nachdem bis Ende 2016 sechs Häuser erstellt wurden, konnten seit dem erneuten Start des Wiederaufbaus-Projekts  im Februar sieben weitere Häuser gebaut werden. Stand Mai 2017 sind nunmehr 13 Häuser fertiggestellt. Eine grandiose Leistung, die Dank der großartigen Unterstützung von Ihnen, den Spendern, Förderern,
Mitgliedern, Volontären und Freunden von Sunaulo Sansar, erbracht werden konnte.

Wenn der Monsun noch etwas auf sich warten lässt, ist der Bau von drei weiteren Häusern nach Beendigung der Wahlen geplant.

Am 25. April 2017 hat sich der Tag des schweren Erdbebens in Nepal zum zweiten Mal gejährt. Die National Reconstruction Authority Behörde (NRA), die aufgrund der langsamen Wiederaufbauarbeiten immer wieder in Kritik gerät, hat dazu einen zusammenfassenden Bericht über die bisherigen Arbeiten veröffentlicht. Der Bericht ist unter dem folgenden Link abrufbar:

http://nra.gov.np/uploads/docs/ymGbKAUqGs170501065959.pdf

 

Nachfolgend einige Fotoimpressionen von den Bauarbeiten und neuen Häusern in Brabal:

1. Das neue Haus von Nima Tenjen und seiner Frau Kamsya:

 

 

 

2. Das neue Haus von Namgyal und seiner Frau Bajyang:

 

 

 

 

3. Das neue Haus von Kanchha und seiner Frau Pasang Diki während der Bauphase (zwischenzeitlich fertiggestellt):

 

 

4. Das neue Haus von Bunima und seiner Frau Himali während der Bauphase (zwischenzeitlich fertiggestellt):

 

 

5. Das neue Haus der Witwe Nimabudi während der Bauphase (zwischenzeitlich fertiggestellt):

 

 

6. Das erste seismische Band für das neue Haus von Phurpu und seiner Frau Karma Yangjen (zwischenzeitlich fertiggestellt):

 

 

7. Die Grundsteinlegung für das neue Haus von Khamsung und seiner Frau Buyi (zwischenzeitlich fertiggestellt, bis auf Dachdecker Arbeiten):

 

Namaste!!!

Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 20

14. Februar 2017 at 14:49

14. Februar 2017 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 20

Es ist soweit! Fortsetzung der Wiederaufbauarbeiten in Brabal

Die Straße nach Brabal ist wieder befahrbar und die kalten Monate in Nepal sind fast vorüber. Am 17.02.2017  kommen die Arbeiter ins Dorf und die ersehnte Ladung Zement wird geliefert.

Das vorbereitete Grundstück von Dorfbewohner Kancha wartet auf Bebauung. Die Eigenleistungen in Form von Steinen und Holz liegen bereit. Wir freuen uns sehr, dass wir nun die Wiederaufbauarbeiten fortsetzen können. Wir hoffen, dass wir bis zur Regenzeit erneut 6 – 7 Häuser erstellen können und uns keine unvorhersehbaren Ereignisse einen Strich durch unsere Planung machen.

Während unserem Besuch in Brabal von 8. bis  11. Januar 2017 haben wir die Familien in den neuen Häusern besucht. Zwei Häuser sind komplett eingerichtet und bewohnt. Bei den anderen vier Häusern wird noch fleißig an der Innenausstattung gearbeitet. Manche kleiden die Räume zur Dämmung mit Holzplatten aus, andere verputzen die Wände. Holzböden werden eingezogen, Fenster bunt gestrichen. Es ist wirklich wunderschön zu sehen wie jede Familie ihr Haus individuell gestaltet.

Was uns wieder besonders aufgefallen ist, ist die Geschäftigkeit der Dorfbewohner und die gegenseitige Unterstützung. Gemeinsam werden Maler- und Sägearbeiten ausgeführt und wunderschöne Türrahmen geschnitzt.

Eine  zweckgebundene Spende und die Initiativen von Walter und Sigrid Rohrer aus Neckargemünd, ermöglichten uns die erste Übergabe von umwelt- und gesundheitsfreundlichen Öfen an die neuen Hauseigentümer. Sukzessive, sobald die neuen Häuser erstellt sind, erhält jeder Dorfbewohner diesen Ofen. Die neuen Besitzer waren überglücklich und nahmen den Ofen freudig und dankbar entgegen. Vielen Dank nochmals für diese großzügige Spende, auch im Namen der Dorfbewohner.

Eine weitere Freude bereiteten Chrissi und Georg den Einwohnern von Brabal. Die beiden Stuttgarter haben die Familie ihres Patenkindes besucht und dabei die Gelegenheit genutzt, allen Dorfbewohnern eine Thermoskanne zu übergeben.

An dieser Stelle möchten wir ein Herzliches Dankeschön an alle Spender, Förderer, Mitglieder, Volontäre und Freunde von Sunaulo Sansar aussprechen. Die Unterstützung ist einfach großartig und macht es uns möglich die Projekte in Nepal umzusetzen. Das Spendenaufkommen im letzten Jahr war wieder überwältigend. In Kürze werden wir dazu unseren Rechenschafts- und Tätigkeitsbereich 2016 veröffentlichen.

Seit dem letzten Rundbrief im September 2016 gibt es auch ein paar neue Nachrichten aus Nepal.

Die Mobilfunk-App mit den Zeiten über die Stromabschaltungen ist seit Ende Oktober letzten Jahres eigentlich überflüssig. Es scheint als gehört das Load Shedding der Vergangenheit an. Unglaublich, aber wahr. Ein gezieltes Management der Stromverteilung, Kontrolle der Stromdiebe, Einsatz neuer sowie Aufstockung von alten Wasserkraftwerken und die Aufdeckung von korrupten Machenschaften innerhalb der Behörde NEA – Nepal Electric Authority  bescherten zunächst den Einwohnern von Kathmandu eine Stromversorgung rund um die Uhr. Mittlerweile ist das ganze Kathmandutal, Pokhara und Chitwan mit 24 Stunden Strom versorgt.

Am 22. November 2016 fand die offizielle Einweihung des buddhistischen Stupa von Boudhanath statt. Der Stupa wurde durch das Erdbeben in 2015 stark beschädigt. Nach 18 monatigen Renovierungs- und Restaurationsarbeiten wurde das Heiligtum in einer dreitägigen Zeremonie mit speziellen Ritualen wiedereröffnet. Laut offiziellen Angaben wurden die Wiederaufbauarbeiten von nationalen und internationalen Spenden finanziert. Ein Beitrag der Regierung wurde dazu nicht geleistet.

Derzeit sind überall Wiederaufbauarbeiten in Kathmandu, Patan und Bhaktapur zu beobachten. Darüberhinaus werden im Rahmen des Melamchi Trinkwasser Projektes  Rohre im Kathmandu Tal verlegt. Leider trägt der dadurch zusätzlich produzierte Staub zusammen mit dem Smog zu einer katastrophalen Luftqualität bei. Die Regierung sollte schnellstens Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung einleiten.  Allerdings sind die Parteien momentan damit beschäftigt sich über die Durchführung von Kommunalwahlen zu streiten. Seit über 18 Jahren fanden keine lokalen Wahlen  statt.

Ja, so dreht sich in Nepal immer wieder einiges im Kreis und dann plötzlich, so wie mit der Stromversorgung, geht es einen riesigen Schritt voran.

Nachfolgend einige Foto Impressionen aus Brabal:  

 

Haus von Lakta und Familie

 

Laktas Sohn in der Küche mit dem neuen Ofen

 

Haus von Sonam und Familie

 

Innengestaltung Haus von Sonam

 

Haus von Yangri

 

Wände werden in Yangris Haus verputzt

 

Haus von Babu Singi und Familie

 

Holzböden werden in Babu Singis Haus eingezogen

 

Holzschnitzerei-Arbeiten

 

Haus von Dandul und Familie

 

Türgestaltung Dandul Haus

 

Dandul und seine Frau mit dem neuen Ofen

 

Dorfbewohner mit der neuen Thermoskanne