LHOSAR – das tibetische Neujahrsfest

18. Februar 2015 um 20:16

Mit dem diesjährigen tibetischen Neujahrsfest Lhosar hat das neue “Weibliche Holz Schaaf Jahr 2142“  begonnen. Lhosar heißt auf Tibetisch “Neues Jahr“. Das tibetische Neujahrsfest wird jedoch nicht nur in Tibet gefeiert; auch die in Nepal lebenden ethnischen Volksgruppen Tamang und Sherpa feiern Lhosar.

Der Beginn der Festlichkeiten und somit der Beginn des neuen Jahres fällt nach dem tibetischen Kalender, der sich nach den Mondzyklen richtet, in der Regel immer auf Neumond. Die Rituale des tibetischen Neujahrsfests enthalten neben den buddhistischen Elementen auch Traditionen und Werte, die alle Menschen auf der Welt teilen. Insbesondere wird das “Neue Jahr“ genauso wie  in der westlichen Welt als Neuanfang betrachtet.

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Opfergaben zu Lhosar

Die Vorbereitungen für das Fest beginnen schon 1 bis 2 Wochen vor dem “Jahreswechsel“. Traditionsgemäß wird im Familien- und Freundeskreis zusammen das Neujahrsbrot gebacken bzw. „frittiert“.

Unzählige Mengen an Mehl, Öl und Wasser sowie Zucker oder Salz werden zu einem festen Teig geknetet. Die Teigmassen werden geduldig in mühseliger Handarbeit zu wahren Kunstwerken geformt und dann in heißem Öl frittiert. Der Geschmack des salzigen Neujahrsbrot “Khapse“ erinnert ein bisschen an etwas dickere Salz- oder Bierstangen. Das süße Neujahrsbrot “Solmar“ schmeckt ein wenig wie ein frisches Plunderteilchen und der feine Duft durchzieht noch lange nach den Feierlichkeiten die Küche.

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Khapse und Solmar – tibetisches Neujahrsgebäck

Am Abend vor Beginn der Lhosar – Feierlichkeiten wird in der Küche  gekocht, gebrutzelt und gebraten; sämtliche Speisen für den nächsten Tag werden vorbereitet. Frühmorgens am ersten Tag des Neujahrsfestes werden dann zusammen mit der Familie und mit  tibetischen Priestern (Lama) neue Gebetsfahnen auf den Dächern der Häuser aufgehängt. Nach der kurzen Predigt des Lama wirft jeder zur Begrüßung des neuen Jahres geröstete Gerste (Tsampa) in die Luft und ruft dabei “Tiki Sasso Lhagyalo“. Diese Zeremonie wird jeweils 3-mal wiederholt und verheißt Wohlstand, Gesundheit sowie Freude für alle Lebewesen und verhilft zu höherem geistigen Wissen und guten Lebensumständen.

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Lhosar – Zeremonie

Nach diesen feierlichen Handlungen wird  zusammen gegessen, getrunken, gelacht, gesungen und geredet. Die nächsten Tage füllen sich mit Besuchen bei Freunden, Nachbarn und heiligen Plätzen. Insbesondere wird am dritten Tag des neuen Jahres der heilige Stupa in Boudanath besucht. Dort findet eine durch Mönche und Priester geleitete öffentliche Andachtsfeier statt.

 

HAPPY LHOSAR!!

Shivaratri Festival

17. Februar 2015 um 2:54

Am 17.02.2015 findet der Geburtstag von Lord Shiva statt.

Dieser wird in Pashupatinath, dem wichtigsten Tempelbezirk des Hinduismus in Nepal, kräftig gefeiert.  In Pashupatinath finden täglich öffentliche Leichenverbrennungen statt. Der eigentliche Tempel, in dem sich eine 1,80  m hohe Shiva Statue befindet, ist nur für Hindus zugänglich, der äußere Tempelbezirk darf hingegen von jedem betreten werden.

Pashupatinath bedeutet wörtlich übersetzt “Herr der Tiere“ und Shiva wird als Pashupatie (Herr der Tiere) verehrt.

Tausende und aber Tausende von Pilger, Gläubigen und heilige Männer strömen an Shiva’s Ehrentag zum Heiligtum, das sich am Ufer des Flusses Bagmati in Kathmandu befindet.

Um die vielen Besucher zu beherbergen werden riesige Zelte aufgestellt. Den ganzen Tag über wird Shiva von den Yogis, Sadus und Babas, die Shiva als hinduistische Asketen dienen möchten, angebetet und verehrt. Während dem Feiern wird sogar hinweg gesehen, wenn der eine oder andere Joint geraucht wird.

OM SHIVA SHIVA !!

 

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Zugang zum Shiva- Tempel 

Maghe Sankranti – Festival

15. Januar 2015 um 1:41

Das Fest Maghe Sankranti wird immer am 1. Tag des nepalesischen Monats Magh (entspricht den Monaten Januar/Februar) gefeiert. Dieser Tag steht für den Beginn des Wetterwechsels, wonach die Tage länger und die Temperaturen wärmer werden. Außerdem besteht der Glaube, dass Menschen, die im vergangenen Jahr vom Pech, Unheil und Unglück verfolgt wurden, sich ab diesem Tag durch eine Zeremonie davon befreien können. Viele der in Nepal lebenden ethnischen Bevölkerungsgruppen feiern an diesem Tag ihre eigenen Traditionen und Gottesverehrungen.

 

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Berge von Süßkartoffeln (Tarul)

 

Auf dem Speiseplan eines jeden Nepalis steht an diesem Tag ganz traditionell eine Art Süßkartoffel/ Yamswurzel (Tarul), eine feste und extrem harte braune Zuckermelasse (Chakku) sowie Butterschmalz (Ghee) und manchmal auch Wildschwein. Weich gekocht und mit Salz bestreut sind die Kartoffelwurzeln ein leichter Genuss. Ganz im Gegensatz dazu Chakku – die harte Zuckermasse, die am besten zusammen mit ein wenig Butterschmalz schmeckt. Ein echter Schlankmacher!

 

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Chakku – Zuckermelasse

 

Speziell in der Bergregion wird zusätzlich ein Bohneneintopf (Tsogam Kolle) serviert. Die in Kathmandu lebenden und aus den Bergen stammenden Menschen, behalten diese Tradition auch in der Großstadt bei. Für den Bohneneintopf werden bereits am Tag vor dem Fest mehr als neun verschiedene Arten von Hülsenfrüchten (Mais, Erbsen, Sojabohnen, Linsen, Kichererbsen, etc.), Fleisch, getrockneter Käse und ein paar Stückchen Rettich stundenlang gekocht. Am Festtag wird dieser Eintopf insbesondere am Morgen und dann den ganzen Tag über gegessen. Lecker!! Asan Tole, der belebte Obst- und Gemüsemarkt mitten in Kathmandu ist voll mit Süßkartoffeln und Wurzeln verschiedenster Sorten und Größen. Auf dem Großmarkt in Kathmandus Viertel Kalimati werden die Süßkartoffeln Lastwagen weise angeliefert und in Vorrats-Schuppen wie Holzscheite gestapelt.

TIHAR – Divali Festival – Lichterfest

20. Oktober 2014 um 21:51

Das Tihar /Divali Festival steht vor der Tür!!

Bei dem Tihar oder Divali (Deepavali) Festival handelt es sich um das Licht- und Erntedankfest im Monat Karttika (Oktober / November). Dieses Festival ist insbesondere der Göttin Lakshmi, der Göttin des Wohlstands, Besitzes und Geldes, geweiht. Neben den Verehrungen der Göttin Lakshmi werden während der Festwoche Krähen, Hunde, Kühe und Ochsen als Inkarnationen von Gottheiten verehrt.

 

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Kukur Puja – Verehrung der Hunde

 

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Gai Puja – Verehrung der Kühe

 

Um die Göttin Lakshmi willkommen zu heißen, schmücken die Nepali ihre Häuser, Fenster und Gärten mit Lichterketten und Kerzen. Insbesondere wird am Tag der Lakshmi Puja  von  jeder Familie ein wunderschön verzierter Weg zum Hauseingang gemalt.  Um diesen Weg für die Göttin attraktiv zu gestalten, wird am Anfang ein runder Kreis mit einem schönen Mandala in glitzernden und bunten Farben gezeichnet. Es sind wahre Kunstwerke mit Blumen und Lichtern, die vor jeder Tür zu finden sind. So soll es der Göttin ein leichtes sein, den Weg in die Häuser zu finden und Wohlstand in die Familien zu bringen.

 

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Lakshmi  Puja -der Weg für die Göttin Lakshmi

 

In den Familien werden Früchte und Süßigkeiten serviert. Am letzten Tag, dem so genannten “Brudertag“ (Bhai Tikka) geben Schwestern ihren Brüdern eine Tikka mit sieben verschiedenfarbigen Punkten. Die sieben Punkte repräsentieren die sieben Chakren (Energiezentren im Körper) in ihren jeweiligen Farben. Die Schwestern erhalten dafür von den Brüdern ein Geschenk.

 

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Früchte und Blumen werden überall auf dem Markt angeboten

 

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Blumenketten so weit das Auge reicht

HAPPY DEEPAVALI !!!

Dashain Festival

25. September 2014 um 9:38

Heute, am 25.09.2014 (nepalesischer Monat Ashwina – September/Oktober -) beginnt das größte und wichtigste Nationalfest in Nepal, das Dashain Festival.

Während dieser Feierlichkeiten wird der Sieg der Götter über das Böse gefeiert.
Die Göttin Durga, Göttin der Stärke, Macht und des Friedens, die mit Hilfe eines Löwen den Teufel besiegte, wird in dieser Zeit verehrt und angebetet.

In der Vorbereitungszeit auf Dashain werden mit Hilfe von Freunden und Verwandten die Häuser, Wohnungen und Wege geputzt und dekoriert. Insbesondere in den Dörfern werden die Fenster und Türen mit neuer Farbe angestrichen. Alles soll schön, sauber und vor allem einladend wirken, so dass die Muttergöttin Durga gerne zu Besuch kommt und die Häuser sowie seine Bewohner mit Glück und Stärke segnet.

Traditionell ist vor allem das Dashain – Shopping. Zwei bis drei Tage vor Beginn des Festivals sind die Straßen überfüllt mit Menschen, Händlern und Fahrzeugen. Alle wollen sich für das anstehende Fest neue, bunte und wunderschöne Kleidung kaufen.

Die zehntägige Festivalzeit beginnt mit Ghatasthapana. An diesem Tag werden in einem traditionellen Ritual Gerstensamen (in Nepali: JAMARA) ausgesät.

Die Hauptfestlichkeiten finden vom siebten bis zehnten Tag statt.

Am siebten Tag (Phulpati Puja) findet das Blumenfest statt. In den Familien werden köstlichen Gerichte (Variationen an Fleisch- und Gemüsegerichten, Reisflocken, eine Vielzahl an verschiedenen Früchten und Süßigkeiten) vorbereitet und gekocht und dann zusammen mit Freunden und Verwandten gegessen.

Am achten Tag (Maha Asthami) werden zur Verehrung der Göttin Durga Tausende von Tieren (Schafe, Ziegen, Enten, Hühner, Wasserbüffel) als Opfergaben in riesigen Zeremonien auf den Tempelplätzen geschlachtet.

Am neunten Tag (Maha Nawami) werden Maschinen, Fahrzeuge und andere Gegenstände des täglichen Arbeitslebens verehrt. Die Menschen in Nepal veranstalten Verehrungszeremonien zugunsten Lord Bishwahama – dem Gott der Arbeit. Traditionell finden an diesem Tag auch weitere Massen-Tieropferungen statt um die Göttin der Macht zu besänftigen. Eine weit aus weniger brutale und blutige Alternative ist das Aufbrechen und Öffnen von Kokosnüssen.

 

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Verehrung von Autos, Maschinen, Computern

 

Am zehnten Tag (Vijaya Dashami) erhält die jüngere Generation von den Großeltern, Eltern und älteren Geschwistern Segnungen für ein glückliches und langes Leben. Die Segnung erfolgt durch das Geben von Tikkas. Tikka ist ein runder roter Punkt (auch “drittes Auge“ genannt), der gemäß hinduistischer Tradition und Religion zwischen den Augen am oberen Nasenansatz befestigt wird.

Am Dashain Festival besteht die Tikka aus einem Mix von Gerstenkörnern, Joghurt und roter Farbe. Sie wird traditionell von den älteren Familienmitgliedern gegeben und kann auf der gesamten Stirnpartie der jüngeren Familienmitglieder angebracht werden.

 

HAPPY DASHAIN!!