Nepal Research Bhavan

31. März 2019 at 20:32

Opening of the Nepal Research Bhavan, Patan
Three German research units bundled under one roof

Nepal and its various ethnic groups as well as cultural richness have been a treasure for international researchers, explorers, geographers, and anthropologists for many decades.

The German research scheme in Nepal with a long history has already undergone various transformations.

The first research project was launched in 1959 with government support and with assistance of the Fritz Thyssen Stiftung. Six years later, the Thyssen House opened its doors and was predecessor of the Nepal Research Centre, which was established in 1967 by contractual agreements between Nepal and Germany. The support of the German Oriental Society (Deutsche Morgenländische Gesellschaft), which has existed since 1974 and was agreed in cooperation with Tribhuvan University, ended in 2014 with the closure of the Nepal Research Centre.

As part of the Nepal-German Manuscript Preservation Project (NGMPP), archival documents of the Nepalese National Archives were microfilmed by the German Oriental Society.

Since 1987 the South Asia Institute of Heidelberg University (SAI) has a branch office in Nepal. The location in Patan bundles now three research units under one roof and accommodates also the research units “Documents on the History of Religion and Law of pre-modern Nepal” of the Heidelberg Academy of Sciences and Humanities and the „Center for the Study of Manuscript Cultures” of Hamburg University. The affiliated „Nepal Heritage Documentation Project“, a cooperation of Heidelberg University and SARAF Foundation has a separate office at Mangalbazaar. In addition, the Nepal Research Bhavan is home to an extensive and open accessible library containing numerous books, magazines, manuscripts and other documents.

In the beginning of March 2019, the Nepal Research Bhavan was opened together with a two-day conference on „Masters & Servants: Slavery, Bondage and Unfree Labour in Nepal’s History“ and the exhibition „Opposite Dreams“ by ArTree Nepal.

The professors of the Heidelberg Academy of Sciences and Humanities, Thomas Holstein and Bernd Schneidmueller, as well as the directive professors and local representatives of the respective research projects, visited the opening ceremony and the conference.

Representatives of the National Archives of Nepal, Tribhuvan University, Department of Archeology and SARAF Foundation were also present during the opening ceremony.

The project „Documents on History of Religion and Law of pre-modern Nepal“ under the direction of Axel Michaels, a professor of Classical Indology and Religious Studies at Heidelberg University is involved in the studies of various historical, administrative and legal documents, the systematic investigation of this unique textual corpus and the development of an open access digital database.

Christiane Brosius, a professor of Visual and Media Anthropology at the Heidelberg Center for Transcultural Studies is director of the Nepal Heritage Documentation Project, which focuses on recording of endangered monuments and intangible cultural heritage of Nepal. With her background in Art History and Art Education she has got involved with local art projects and published the book “Breaking views – Engaging Art in Post- Earthquake Nepal“ in cooperation with the visual artist and art educator Sanjeev Maharjan.

The preservation of the palm leaf manuscripts in Nepalese archives and libraries is the main project aim of the Center for the Study of Manuscript Cultures of Hamburg University, represented by the project coordinator Dr. Bidur Bhattarai.

On the initiative of Dr. Nadine Plachta, Resident Representative of SAI branch office, the Nepal Research Bhavan hosted the exhibition „Opposite Dreams” by ArtTree. ArTree Nepal is a team of contemporary artists who want to foster meaningful dialogue. The artists focus on critical subject matters that have social significance. With their mixed media art, they urge the audience to reflect on discrimination, injustice, exclusion and instability.

A good example of this approach is the exhibited art work “Labour´s Helmet” of the series “I Have to Feed Myself, My Family and My Country…” by Hitman Gurung.
Ten golden helmets, which hang on the wall, shall draw attention to Nepali migrant labours that have to leave their families in order to earn a living in foreign countries.

Publication:
https://www.spotlightnepal.com/2019/03/24/nepal-research-bhavan-opens-patan/

Nepali – Lehrbuch für Anfänger

28. Februar 2019 at 20:49

Bald ist es soweit!!!

Ich kann es kaum glauben und freue mich riesig, wenn ich das Werk in den Händen halte. Das Lehrbuch „Nepali für Anfänger“ erscheint voraussichtlich im Juni 2019 im Buske Verlag.

Strukturiert und systematisch aufgebaut mit vielen Beispielen, Übungen und Lösungsschlüssel. So ein Lehrbuch habe ich mir selbst immer gewünscht. Ich hoffe, dass damit viele Menschen die nepalische Sprache erlernen und anwenden.

https://buske.de/nepali-fur-anfanger.html

NAMASTE!!

Vorankündigung Katalog Buske Verlag


Willkommen im Erde Schwein Jahr 2146

5. Februar 2019 at 17:33

Heute, einen Tag nach Neumond  feiern wir das tibetische Neujahrsfest Lhosar (Lho bedeutet in tibetisch „neu“ und sar = „Jahr“).

Laut dem tibetischen Mond-Kalender befinden wir uns bereits im Jahre 2146. Dieses Jahr ist dem Element Erde und dem Tierkreiszeichen Schwein zugeordnet. In der Monatsabfolge  handelt es sich dieses mal um ein  besonderes Jahr.

Vorab sei noch darauf hingewiesen, dass sich die Monatsbezeichnungen im tibetischen Kalender nach den Zahlen der Monate (erster Monat, zweiter Monat, dritter Monat, etc.) richten. In diesem Jahr existiert  der “erste Monat“ doppelt.  Das hat gemäß dem Tibetan  Medical and Astrological Institute Men Tse Khang zur Folge, dass alle Feste und Jahrestage (auch wenn sie eigentlich im zweiten“ ersten Monat“ stattfinden)  in den ersten der beiden ersten Monate fallen. Manche feiern die Feste aber trotzdem im zweiten Monat der beiden ersten Monate. Das bedeutet:  der erste  “1. Monat“ entspricht dem Zeitraum vom 5. Februar bis 6. März; der zweite “1. Monat“  entspricht dem Zeitraum vom 7. März bis 5. April und der 2. Monat entspricht dem Zeitraum vom 6. April bis 4. Mai, etc.

Bei uns hat dieser doppelte „erste Monat“ etwas Verwirrung ausgelöst, denn üblicherweise wird das tibetische  Neujahrsfest an Gyalbo Lhosar gefeiert. In Nepal  wird neben dem Gyalbo Lhosar meistens einen Monat vorher das Sonam Lhosar von der Ethnie Tamang gefeiert.  Das Sonam Lhosar findet in diesem Jahr am 5. Februar 2019 (heute, also am ersten Tag des ersten “1. Monats“ des tibetischen Kalenders) statt. Da Gyalbo Lhosar in diesem Jahr aber in den zweiten “1. Monat“ (entspricht dem 7. März  2019) fallen würde, wird das tibetische Neujahrsfest heute, zeitgleich mit Sonam Lhosar und dem chinesischen Neujahr gefeiert.

Happy Lhosar!

… und wieder ein kurioses Verkehrsschild in Nepal

10. Januar 2019 at 15:04

Ich freue mich immer wieder, wenn ich in meiner nepalischen Heimat ein ungewöhnliches Verkehrsschild entdecke:

„Achtung! Die Straße teilt sich und führt dann wieder zusammen.“

Wie gut, dass manche Bäume dem Straßenbau nicht zum Opfer fallen.

Es lebe die Andersartigkeit! Namaste

Verkehrsschild auf dem Weg von Kaskikot nach Sarangkot

Kostbares Nass

24. Dezember 2018 at 7:03

Gestern kroch ich morgens halb verschlafen aus dem Bett. In der Nacht war ich wieder zweimal aufgestanden um die Wasser-Pumpe anzustellen und unsere beiden fast leeren Tanks zu befüllen. Solche Aktionen sind in meiner deutschen Heimat nicht vorstellbar. In meiner nepalischen Heimat sind für den täglichen Wasserbedarf mühsame und anstrengende Tätigkeiten erforderlich. Hierbei zählt unser Haushalt noch zu den privilegierten, da eine direkte Wasserleitung vom Wasserreservoir zu uns führt und wir, wenn es wieder so weit ist und eine Wasserlieferung ansteht, nur die Pumpe einschalten müssen. Andere Menschen müssen sich das Wasser an öffentlichen Wasserstellen holen und dort ihre Kanister befüllen.

Es gibt keinen regulären Plan, wann und um wie viel Uhr die Wasserlieferungen kommen. Manchmal alle 6 Tage, manchmal alle 10 Tage oder wenn es etwas länger dauert, auch mal alle 14 Tage. Meistens wird das kostbare Nass  spät abends oder in der Nacht geliefert.  Beliebte Uhrzeiten sind 23.30 Uhr, 2.30 Uhr oder 3.30 Uhr. Es soll ja nicht einfach sein. Wer diese Stunden verpasst oder verschläft hat Pech gehabt. An manchen Tagen kommt eine erste Lieferung auch von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Wenn wir dann die Pumpe vom Nachbarn hören, rennen wir raus um unsere anzuschalten. Dabei gibt es öfters „Fehlalarm“. Insbesondere dann, wenn die Nachbarn das Wasser aus den Reservetanks aufs Dach in die schwarzen runden Tanks pumpen. Manchmal mutmaßen wir zusammen mit den Nachbarn über den Termin der nächsten Wasserlieferung. Dann stellen wir uns den Wecker, stehen auf um festzustellen, dass wir zu früh aufgestanden sind oder es einfach nur der falsche Termin war.

Passend zu diesem Thema mein Erlebnisbericht, der in der Nepal-i (Ausgabe 117/2017, Zeitschrift der DNG Köln, www.deutsch-nepal.de) erschienenen ist:

Mit der erfolgreichen Umsetzung des Melamchi Wasser Projekts soll die chronische Wasserknappheit im Kathmandutal beendet sein. Die Implementierung des Projekts erfolgte im Dezember 2000. 17 Jahre danach ist das Projekt weit fortgeschritten. Der 27,5 km lange Tunnel von Melamchi nach Sundarijal ist fast komplett. Die meisten Straßen in der Landeshauptstadt Kathmandu sind auf gegraben und die Wasserrohre verlegt. Dennoch gibt es in vielen Haushalten kein fließendes Wasser. Selbst wenn die Häuser mit Leitungen ausgestattet sind, sprudelt das Wasser nicht unablässig. Ob der Traum vom kostbaren Nass in unbegrenzten Mengen nach Abschluss des Melamchi Wasser Projekts tatsächlich in Erfüllung geht?

Öffentliche Wasserstelle in Lazimpat

Nachfolgend möchte ich meine Erlebnisse mit Wasser, Wasserknappheit, Wasserlieferungen, Wassersparen, bewusstem Umgang mit Wasser, manchen Frustrationen und letztlich großer Dankbarkeit für diese Erfahrungen schildern. Wie gelassen die Nepalis mit diesem Thema umgehen, ist für mich bewundernswert.

In 2008, meinem ersten Jahr in Kathmandu hatten die Vermieter unserer Wohnung noch keine Solarzellen auf dem Dach. Heiß duschen hieß Wasser erhitzen, mit kalten Wasser mischen, in einen großen Eimer füllen und die Schöpfkelle als Brausekopf benutzen.

Im selben Jahr fingen die regelmäßigen Stromabschaltungen an. Zu dieser Zeit gab es weder einen Stromabschaltungsplan noch eine App mit frühzeitiger Erinnerung fürs Handy. So kam es häufig vor, dass das Wasser direkt nach dem Einseifen versiegte. Der Vermieter hatte vergessen die Wasserpumpe rechtzeitig anzustellen um das kühle Nass in die Tanks auf dem Dach zu befördern. Wie gut, dass wir eine Handpumpe im Garten hatten. Mit dem erneuten Einsatz der Schöpfkelle konnten die Seifenreste abgespült werden.

Uns ging es gut. Wir hatten zumindest fließendes Wasser im Haus. Ganz im Gegensatz zu unseren Nachbarn, die davon nur träumen konnten. Die quietschende Wasserpumpe als einzige Wasserquelle für vier Wohnhäuser war im Dauereinsatz. Alles, wofür Wasser benötigt wurde, spielte sich im Hof ab. Früh am Morgen wurden die Zähne geputzt. Der Hals wurde mit lautem Räuspern gereinigt. Dann wurde das schmutzige Geschirr gewaschen. Wenn die Sonne schien, wuschen sich die Frauen ihre langen schwarzen Haare. Die Kinder standen in Badehose und wurden von den Eltern eingeseift und mit einer Plastikkelle voller Wasser abgeduscht. Die Wäsche wurde in großen Schüsseln eingeweicht, gebürstet, geschrubbt, gestampft und gewrungen – so lange bis sie sauber war. Das einzig Gute; sie brauchen sich nicht nach den Stromausfallzeiten zu richten. Die Wasserpumpe konnte manuell von Hand bedient werden.

Seit unserem Umzug in ein Haus, sind wir nun selbst verantwortlich, die existentielle Flüssigkeit in die Tanks auf dem Dach zu pumpen. Um die im Garten stehenden 3500 Liter Tanks zu befüllen, erhalten wir regelmäßige Wasserlieferungen. Hier in unserer Straße in Lazimpat sind viele Häuser mit einer Wasserleitung, die mit einem Reservoir verbunden ist, ausgestattet. Außerhalb der Regenzeit erhalten wir Wasser alle 11 Tage, während des Monsuns alle 5 Tage. Die Lieferung beginnt in der Regel spät Abends um 23 Uhr und dauert meistens die ganze Nacht über. Damit das Wasser überhaupt in die Tanks fließen kann, muss die dafür angeschaffte Pumpe angeschaltet werden. Um ein Überfließen der Tanks zu vermeiden, ist es erforderlich ein bis zweimal früh morgens um 3 Uhr oder 4 Uhr aufzustehen und die Pumpe abzustellen. Wenn wir Glück haben, sind dann am Morgen die Tanks im Garten und der Tank auf dem Dach voll. 3500 Liter hören sich nach einer großen Menge an. Wenn der 500 Liter Tank auf dem Dach allerdings nach zwei Tagen leer ist, stelle ich mir schon die Frage, wo das ganze Wasser geblieben ist. Wäschewaschen, Duschen, Körperpflege, Putzen, Kochen, Geschirr abwaschen, Toilettenspülung – wie schnell die Kostbarkeit bei einem 4 Personen Haushalt auch bei einem bewussten Umgang mit Wasser aufgebraucht ist. Wenn der Tankboden nur noch mit einer kleinen Pfütze bedeckt ist, beginnt die Nervosität allerdings größer zu werden. Obwohl die Möglichkeit besteht, eine 6000 Liter Wasserlieferung per Tanklaster für ca. NPR 2000 zu bestellen, kann es schon vorkommen, dass ich genau beobachte, wann wer und wie lange eine Dusche nimmt. Vor allem wenn sich unser nepalischer Besuch, ohne zu fragen, ins Badezimmer begibt um einfach mal wieder heiß zu duschen. Das kann deutsche Nerven doch ganz schön strapazieren und erfordert eine gezielte Kontrolle der eigenen Reaktionen.

Verglichen mit den Gegebenheiten in anderen Haushalten in Kathmandu und Umgebung ist das eigentlich kein Grund sich aufzuregen. Es gibt noch genügend Leute, die in einem Gebäude ohne Wasserleitung oder ohne manuelle Wasserpumpe im Hof leben. Öffentliche Wasserstellen bieten für diese Menschen die Möglichkeit den Wasservorrat aufzufüllen. Gleich bei uns um die Ecke ist so eine Oase. Die öffentliche Wasserstelle ist ebenfalls mit dem Reservoir verbunden. Wenn bekannt wird, wann die Wasserlieferungen in unserem Gebiet erfolgen, stehen die Menschen mit ihren Wasserbehältern Schlange. Während der Monsunjahreszeit kommen die Wasserlieferungen öfters, manchmal sogar ganztags. Dann sind auch Frauen zu sehen, die sich die Haare direkt am Wasserplatz waschen.

Wenn ich in Deutschland zu Besuch bin, ist es eine Freude den Wasserhahn aufzudrehen. Heißes & kaltes Wasser rund um die Uhr, rund ums Jahr. Welcher Luxus.