Nepal meets Bhutan, die Zweite

31. März 2018 at 20:52

Ein Land wie im Märchen, versteckt hinter den Bergen bei den sieben Zwergen

Der Landeanflug auf Paro erfordert die absolute Geschicklichkeit und Manövrierfähigkeit des Piloten. Zwischen den engen Tälern bringt er die Maschine sicher zum Landen. Wir sind in einer anderen Welt angekommen. Alles ist ruhig und gemächlich. Wir lassen uns nach dem Aussteigen Zeit und machen ein paar Fotos von der Landebahn und unserem Flugzeug. Keiner der Flughafenbediensteten ärgert sich darüber und drängt uns das Gelände zu verlassen. Langsam gehen wir zu Fuß ins Flughafengebäude. Nach dem Geldwechsel, der Immigration, dem Koffer abholen und der Zollkontrolle freuen wir uns auf unsere Freunde, die uns abholen. Gemeinsam fahren wir nach Thimphu. Obwohl Paro nur 65 km von der Hauptstadt entfernt ist, dauert die Fahrt ungefähr 1 ½ Stunden. Gemütlich schleicht der Jeep auf der Landstraße mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h dahin. Am liebsten würden wir das Auto anschieben. Es ist ungewöhnlich sich auf freier Fahrbahn so schleppend fortzubewegen. Dennoch ist es angenehm und lässt eine sofortige Ruhe und Entschleunigung entstehen. Ein komplett anderes Gefühl als im Gewusel von Kathmandu.

 

Ankunft in Paro

 

 

Bhutan Airlines

 

Unser Mini-Flugzeug

 

Thimphu, die Hauptstadt des Königreichs Bhutan erinnert ein bisschen an Zermatt in der Schweiz. Seit einigen Jahren werden viele neue und vor allem große Häuser gebaut. Gemäß den baurechtlichen Vorschriften muss das Bauvorhaben dem traditionellen Stil entsprechen. Dieser Bauboom wird unter anderem von den jungen Leuten, die zum Studieren oder vielleicht auch zum Putzen ins Ausland gehen, finanziert. Auf den Jugendlichen liegt ein enormer Druck, denn es wird erwartet, dass das verdiente Geld nach Hause geschickt wird. Das ist genauso wie in Nepal. Am Flughafen in Kathmandu haben wir einen Bhutani getroffen, der drei Jahre in Doha im Verkauf gearbeitet hat und jetzt wieder in sein Heimatland zurückkehrt. In Paro sehen wir ihn nach der Landung mit einem großen Flachbild – Fernseher bei der Zollkontrolle wieder. Das ist das typische Mitbringsel der heimkehrenden Migranten für die Familien. Das ist auch in Nepal so.

 

Die Königsfamilie

 

Nepal meets Bhutan, die Erste

27. Februar 2018 at 19:36

Über den Wolken zwischen Nepal und Bhutan

 

Grenzenlose Freiheit

 

Der Mountainflug zum Everest und die Inlandsflüge mit Bergsicht in Nepal sind wirklich grandios. Der Flug von Kathmandu nach Paro toppt jedoch alles. Aufgrund des nebligen Wetters starten wir mit einer kleinen Propeller Maschine von Druk Air mit 4 Stunden Verspätung.  Bei insgesamt 11 Passagieren hat jeder die Möglichkeit sich auf die linke Seite zu setzen um die angekündigten spektakulären Ausblicke auf den Himalaya zu genießen. Uns wurde nicht zuviel versprochen.

 

Faszinierende Himalayakette

 

Auf Augenhöhe mit dem höchsten Berg der Welt

 

Zuerst fliegen wir entlang der bekannten Himalayakette, wo sich die Berge wie die Perlen einer Mala aneinanderreihen.  Dann  freier Blick auf Sagarmatha, dem höchsten Berg der Welt. Die Fotoapparate klicken unentwegt. Dieser Anblick macht süchtig. Und das Gipfel-Kino  geht weiter. Es folgt eine grandiose Sicht auf die beiden Achttausender  Kanchenjunga und Makalu. Kein Wunder, dass Kanchenjunga auch die fünf Schatztruhen aus Schnee genannt wird.  Dieser weite Gebirgszug mit den schneebedeckten Kuppen, endet dann in einem Ozean aus Bergen umgeben von einem Wolkenmeer. Was für eine gewaltige Natur und welche Freude, diesen Anblick zu erleben.  Allein schon wegen diesem Panoramablick lohnt eine Reise nach Bhutan.

 

Wolkenmeer umgibt Ozean der Berge

 

Namaste Nepal – Kuzu Zangpo La Bhutan.

 

Unvergessliches Berg-Kino

Buntes Nepal

20. Dezember 2017 at 12:30

रङ्गीचङ्गी नेपाल
raṅgīcaṅgī Nepāl
Buntes Nepal

 

Magischer Himalaya

 

मलाई खुशी हुनको लागि के चाहिन्छ?
malāī khuśī hunko lāgi ke cāhincha?
Was brauche ich zum Glücklichsein?

म मेरो मुटुलाई धेरै चोटि सोद्छु।
ma mero muṭulāī dherai coṭi sodchu.
Das frage ich mein Herz viele Male.

अहिले मलाई थाहा छ।
ahile malāī thāhā cha.
Jetzt weiß ich es.

नेपाल – एउटा देश, जो मेरो देशबाट धेरै टाढा छ।
Nepāl – euṭā deś, jo mero deśbāṭa dherai ṭaḍhā cha.
Nepal – ein Land, das von meinem Heimatland sehr weit entfernt ist.

बजारमा फलफूलहरू, तरकारीहरू, आलुहरू, आन्डाहरू छन्।
bajārmā phalphūlharū, tarkrīharū, āluharū, anḍāharū chan.
Auf dem Markt gibt es Obst, Gemüse, Kartoffeln, Eier.

साहूजीसँग ठूला र साना छाताहरू छन्।
sāhūjīsãga ṭhūla ra sānā chātāharū chan.
Die Händler haben große und kleine Schirme.

 

 यो रङ्गीचङ्गी ठाउँ कहाँ छ?
yo raṅgīcaṅgī ṭhāũ kahā̃ cha?
Wo ist dieser bunte Ort?

रातो, हरियो, निलो, सेतो, कालो, पहेंलो –
rāto, hariyo, nilo, seto, kālo, pahẽlo –
Rot, Grün, Blau, Weiß, Schwarz, Gelb –

रङ्गीचङ्गी यसको चक्र छ।
raṅgīcaṅgī yasko cakra cha.
dieses Lebensrad ist bunt.

यो नेपाल हो।
yo Nepāl ho.
Das ist Nepal.

मलाई नेपाल मन पर्छ।
malāī Nepāl man parcha.
Ich mag Nepal.

मलाई नेपाली मानिसहरू पनि मन पर्छ।
malāī Nepālī mānisharū pani man parcha.
Ich mag auch die Menschen in Nepal.

 

हिमालमा सुन्दर चराहरू गाउँछन्।
himālmā sundar carāharū gāũchan.
In den Bergen singen wunderschöne Vögel.

बाटोमा धेरै फूलहरू छन्।
bāṭomā dherai phūlharū chan.
Viele Blumen säumen den Weg.

म मेरा साथीहरूसँग नाच्छु।
ma merā sāthīharūsãga nācchu.
Ich tanze mit meinen Freunden.

म आकाशबाट ताराहरू लिन्छु।
ma ākāśbāṭa tārāharū linchu.
Ich hole die Sterne vom Himmel.

 

यो रङ्गीचङ्गी ठाउँ कहाँ छ?
yo raṅgīcaṅgī ṭhāũ kahā̃ cha?
Wo ist dieser bunte Ort?

रातो, हरियो, निलो, सेतो, कालो, पहेंलो –
rāto, hariyo, nilo, seto, kālo, pahẽlo –
Rot, Grün, Blau, Weiß, Schwarz, Gelb –

रङ्गीचङ्गी यसको चक्र छ।
raṅgīcaṅgī yasko cakra cha.
dieses Lebensrad ist bunt.

यो नेपाल हो।
yo Nepāl ho.
Das ist Nepal.

मलाई नेपाल मन पर्छ।
malāī Nepāl man parcha.
Ich mag Nepal.

मलाई नेपाली मानिसहरू पनि मन पर्छ।
malāī Nepālī mānisharū pani man parcha.
Ich mag auch die Menschen in Nepal.

मलाई नेपालमा बस्न खुशी लाग्छ।
malāī nepālmā basna khuśī lāgcha.
Ich bin glücklich in Nepal zu sein.

 

धन्यवाद
Dhanyavād
Danke

Mein erstes Gedicht in Nepali vom 16. August 2008

 

Nepalische Marktstände

 

 

Nepalische Erdnüsse

27. November 2017 at 20:46

„Badam Badam“ hört man es derzeit auf den Straßen in Nepal rufen.
Es wird langsam kälter und sie sind wieder überall zu sehen: die Erdnussverkäufer.

Erdnüsse heißen in der nepalischen Sprache Badam und werden hauptsächlich im Terai Gebiet sowie in den Distrikten Dolakha und Nuwakot angebaut. Sie sind in der kalten Jahreszeit ein begehrter Snack für zwischendurch. Zudem lieben es die Nepalesen die Schale zu knacken und danach jede einzelne Nuss von oben in den offenen Mund fliegen zu lassen.

Manche Verkäufer sitzen am Wegesrand mit einem prall gefüllten Sack und bieten die Nüsse feil. Andere schieben den schweren Karren voll beladen mit dem kostbaren Gut durch die schmalen Gassen. Ein Tongefäß mit glühenden Kohlen thront hoch oben auf dem Erdnussberg. Die Hülsenfrüchte sollen so warmgehalten werden und dem Käufer das Gefühl einer Röstung geben. Fein säuberlich platziert sind unterschiedlich große Blechgefäße.  Es sind Messbecher mit speziellen Maßeinheiten, die es in Nepal gibt. Das Maß ein Muthi entspricht ungefähr 0,055 Liter und stellt die Grundlage der anderen Einheiten wie Mana (10 Muthi), Kuruva (zwei Mana), Pathi (acht Mana) und Muri (zwanzig Pathi) dar. Die gewünschte Erdnussmenge wird fein säuberlich abgemessen und dann in eine aus alten Zeitungen gefaltete Tüte gegeben.

Ein Genuss …

… und einfach wunderschön die Erdnussverkäufer an den verschiedensten Orten zu entdecken.

NAMASTE!

 

Erdnussverkäufer mit Karren

 

Erdnüsse in den Messbechern

Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 22

18. Oktober 2017 at 11:39

18. Oktober 2017 – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 22

Frohes Lichterfest – Happy Diwali

Göttin Laksmi (published Wikinut Image)


Das Lichterfest Tihar hat gestern mit der Verehrung der Krähen begonnen. Heute, am Tag der “Kukur Puja” sind überall Hunde mit roten Tikas und Blumengirlanden um den Hals zu sehen. Neben den Krähen und Hunden werden auch Kühe und Ochsen verehrt und als Inkarnationen der Göttin Laksmi, die als “Hauptperson” des Festivals fungiert, gefeiert. Laksmi ist die Göttin des Wohlstands und Glücks. Während der bunten Feierlichkeiten sind Häuser und Gebäude mit blinkenden Lichterketten und Blumengirlanden aus Tagetes geschmückt. Damit die Göttin den Weg in die Häuser findet und den Wohlstand in die Familien bringen kann, wird am dritten Tag, dem Tag der “Laksmi Puja” ein wunderschön verzierter Weg zum Hauseingang gemalt. Um diesen Weg besonders attraktiv zu gestalten, wird am  Anfang ein kreisrundes buntes Mandala, das Rangoli, gemalt. Die mit glitzerndem Farbpulver und Blütenblättern gestalteten Rangolis sind mittlerweile wahre Kunstwerke. Heutzutage können dafür sogar Vorlagen im Internet heruntergeladen werden. 

In den Familien werden Früchte und Süßigkeiten serviert. Am letzten Tag des Festes, dem “Brudertag” (Bhai Tika) geben Schwestern ihren Brüdern eine Tika (Segenszeichen) auf die Stirn und erhalten dafür ein kleines Geschenk.

So wie die Göttin Laksmi Wohlstand und Glück in die Häuser bringt, tragen Sie liebe Spender, Förderer, Mitglieder, Volontäre und Freunde von Sunaulo Sansar dazu bei, den Bewohnern von Brabal neues Glück in Form eines Hauses zu bescheren.

Innerhalb der letzten fünf Monate hat sich beim Wiederaufbau einiges getan und wir können Neues berichten.

Neuigkeiten aus Brabal

Dorf Brabal mit neuen Häusern


Ende September machten wir uns auf den Weg nach Brabal.  Aufgrund der bereits begonnenen Trekking-Saison konnten wir dafür drei Tage  einplanen. Einen Tag um nach Brabal zu kommen, einen Tag um die Häuser zu besichtigen und einen Tag um zurück nach Kathmandu zu fahren.

Die Straßenverhältnisse nach Thulo Barkhu waren verheerend. Ab Trisuli begleiteten uns vom Regen aufgeweichte und matschige Wege. Die von der nepalisch-tibetischen Grenze kommenden Lastwagen gruben sich tief in die Schlammmassen und schwankten wie Betrunkene auf unseren seitlich stehenden Jeep zu. Wir hofften darauf, dass keiner davon im Matsch stecken blieb. Das hätte das Ende unserer Reise bedeutet.

 

Schlammige Straßen ins Langtang Gebiet


Göttin Laksmi begleitete uns wohl, denn das Glück war auf unserer Seite und so kamen wir noch vor Einbruch der Dunkelheit in Thulo Barkhu an. Der Schotterweg nach Brabal war durch einige Felsabgänge blockiert. So mussten wir die  letzten 6 km zu Fuss gehen. Wir waren dabei in guter Gesellschaft. Kinder aus Brabal und Thulo Shafru, die in Kathmandu zur Schule gehen, kletterten mit uns zusammen die steile Strecke hoch. Es war der erste Tag der einmonatigen Dashain und Tihar Ferien und die Mädchen und Jungs kehrten zurück in ihre Dörfer.  

 

Blockierte Wege

 

Als wir in Brabal ankamen war es bereits Nacht. In der letzten Stunde halfen uns die Taschenlampen die Richtung zu halten. Das Gehen in stockdunkler Finsternis auf holprigem Untergrund mit abschüssigen Stellen erforderte enorme Konzentration. Müde und erschöpft genossen wir das späte Abendessen.

Am nächsten Tag machten wir einen Rundgang durch das Dorf. Die Dorfbewohner und Arbeiter waren sehr fleissig. Insgesamt sind nun 16 Häuser komplett wiederaufgebaut. 5 Häuser befinden sich derzeit  im Rohbau. Wir gehen davon aus, dass diese nach den Tihar Festlichkeiten fertig werden. Unser Ziel ist es zwei weitere Häuser vor Wintereinbruch zu errichten.

Mittlerweile überprüften auch Ingenieure der Nepal Reconstruction Authority (NRA) die Erdbebensicherheit der Häuser vor Ort und gaben das Okay für die Auszahlung der zweiten Tranche der staatlichen Entschädigungssumme über NPR 150.000 (ca. EUR 1.250,00).

Während unserem Besuch war es wieder eine Freude die Gestaltungsvielfalt und  individuellen Inneneinrichtungen der Häuser  zu sehen. Was uns besonders begeisterte waren dieses Mal die selbstgestalteten Küchenzeilen mit eingebauten Spülen und Regalen. Selbst die Henkel der darauf stehenden Tassen und Gläser zeigten in die gleiche Richtung. Bei dieser Struktur und Übersichtlichkeit kommen sicherlich auch Ordnungs-Experten ins Staunen.

 

Wunderschöne Küchenzeile von Nima Tenzin und seiner Frau Kamsya

 

Selbstgestaltete Küche von Phurpu und seiner Frau Karma Yangzen

 

Kreativität im Haus von Bunima und seiner Frau Himali

 

Politische Bewegungen im Land

Ins Staunen wurde auch die Bevölkerung durch den plötzlichen Zusammenschluss der mitregierenden Maoistenpartei CPN (Maoist Center)  mit der CPN-UML Partei (Kommunisten) und der Naya Shakti Partei Ende Oktober versetzt. Das Wahlbündnis hat sich zum Ziel gesetzt, die Zweidrittelmehrheit in den kommenden Landtags- und Bundestagswahlen Ende November / Anfang Dezember zu erreichen.

Zwischenzeitlich hat sich die regierende Congress Partei mit der Nepal Loktantrik Forum (NLF) verbündet. Premierminister Sher Bahadur Deuba hat das Kabinett umgestaltet und Minister ausgetauscht. Die politische Entwicklung dreht sich weiterhin im Kreis und es bleibt abzuwarten, wie die kommenden Wahlen ausgehen werden.


Wer möchte Brabal und seine Bewohner kennenlernen?
Kultur & Social Tour – neues Reiseangebot

Dorfbewohner von Brabal beim Meeting

 

Versammlung im neuen Haus von Bunima


Wer sich die nachfolgenden Impressionen von den Bauarbeiten und neuen Häusern nicht nur auf Fotos ansehen möchte, kann sich gerne für die Teilnahme an der Kultur & Social Tour im November nächsten Jahres anmelden. Nachdem uns viele Anfragen erreichten, haben wir diese Tour konzipiert. Hiermit möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, unsere Sozialprojekte, insbesondere das Wiederaufbauprojekt zu besuchen und die Bewohner von Brabal kennenzulernen. Ein ausgewogenes Stadtbesichtigungsprogramm mit Besuch der drei Königstädten runden die Reise ab. Unter dem nachfolgenden Link sind weitere Informationen zu finden. Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung:

http://www.tembasnepaltrek.com/de/reisetermine/icalrepeat.detail/2018/11/12/234/-/kultur-social-tour-19-reisetage-ab-bis-kathmandu#reiseverlauf


Weitere Fotoimpressionen aus Brabal:

 

Häuser von Tsewang und Nono im Rohbau 

 

Haus von Dharma im Rohbau

 

Haus von Phurpu und Karma Yangzen

 

Kamsung vor seinem fertigen Haus

 

Nima Tenzin vor seinem neuen Haus