Namaskar Nepal – Informationen / Rundrief No. 11

24. September 2015 um 22:45

NAMASKAR Nepal

  1. September – Namaskar Nepal – Informationen / Rundbrief No. 11

 

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Sonnenuntergang in Pokhara – Phewa Lake

Nach der zweimonatigen Regenzeit-Pause möchten wir uns heute mit einem neuen Rundbrief zurückmelden.

Seit 1 ½ Wochen sind Temba und ich zurück zu Hause in Nepal. Langsam gewöhnen wir uns wieder an den nepalesischen Alltag.

Gestern Morgen hat mich dieser voll erwischt: Ich stand eingeseift unter der Dusche und es perlten nur noch ein paar Wassertröpfchen aus der Brause… dann versiegte das gute Nass komplett. Da gerade erst die Stromausfallzeit von 4 Stunden begonnen hatte, konnte das Wasser nicht in den Tank auf dem Dach gepumpt werden. Wie gut, dass es im Hof einen Brunnen mit Handpumpe gibt und Temba mir kaltes Wasser zum Abduschen bringen konnte.

Als ich so im Badezimmer stand und auf das Wasser wartete, sind mir viele Gedanken durch den Kopf geschossen. Zuerst natürlich …der Komfort, den wir in Deutschland haben und manchmal vielleicht gar nicht richtig zu schätzen wissen. Wie schön, dass ich diesen in den vergangenen acht Monaten genießen durfte.

Wie winzig erscheint das Problem nicht jeden Morgen mit warmem und genügend Wasser duschen zu können im Gegensatz zu der Situation, in denen sich  Flüchtlinge befinden oder zu der Lebenssituation der Menschen hier in Nepal.

Von der Flüchtlings-Krise bekommen wir in Nepal wenig mit. Informationen gibt es über CNN oder das Internet. Dahingegen ist Nepal in Europa schon seit geraumer Zeit aus dem Blickwinkel der Medien gerutscht. Wobei – die neue Verfassung von Nepal, die am vergangenen Sonntag in Kraft getreten ist, war  die eine oder andere Schlagzeile wert. Insgesamt hat dieser Prozess nun 7 ½ Jahre gedauert.

Am Sonntagabend wurde die neue Verfassung in Kathmandu gefeiert und mit einem Feuerwerk willkommen geheißen. Es fuhren Motorrad-Konvois durch die Straßen und viele Menschen schwenkten die nepalesische Flagge. Was in einigen Teilen Nepals Hochstimmung auslöste, veranlasste andere dagegen zu protestieren. Im südlichen Terai kam es zu Ausschreitungen und der große Bruder Indien versuchte zwischen den dortigen Bewohnern (ethnischen Volksgruppe Tharu und Madhesis) und der nepalesischen Regierung zu vermitteln. Auch die nicht verankerte Regelung über die Vererbung der Staatsagehörigkeit alleine durch die Mutter löst Proteste und Unverständnis aus.

Durch den ganzen Wirbel um die Erstellung einer neuen Verfassung wurde die Problematik der Erdbebenkatastrophe zur Seite geschoben. Artikel und Berichte über bewilligte, aber nicht abgerufene Hilfsgelder durch die nepalesische Regierung sorgen in Europa für Kopfschütteln. Tausende Menschen ohne Dach über dem Kopf sind nach wie vor auf staatliche Hilfe und Unterstützung angewiesen.

Seit gut einer Woche sind die beiden Zimmermänner Volker und Niko, die uns bis Ende Dezember als freiwillige Helfer unterstützen, in Nepal. Morgen fahren Temba und die beiden nach Brabal um die ersten Vorkehrungen für den Wiederaufbau zu treffen. Soweit es noch nicht geschehen ist, müssen der Rückbau der zerstörten Häuser und die Sortierung der wiederverwendbaren Materialien erfolgen. Temba wird sich in Dhunche, der zuständigen Bezirkshauptstadt,  um den Dokumentations- und Genehmigungsprozess kümmern.

Unsere Projektgruppe in der Schweiz hat zwischenzeitlich phantastische Arbeit geleistet und den Grundriss-Plan für ein Haus in einer erdbebensichereren Bauweise erstellt. Zusätzlich wurden die verschiedenen Möglichkeiten zur Stabilisierung der Häuser sowie zu beachtende Hinweise und Empfehlungen dokumentiert.

An dieser Stelle möchten wir nochmals auf unseren ersten Projekt- und Nachhaltigkeitsüberblick „Erdbebenhilfe Nepal“ vom 08.08.2015 unter dem folgenden Link hinweisen:

http://www.sunaulosansar.org/berichte/de/19%20-%20Erdbebenhilfe_Nachhaltigkeits%C3%BCberblick_2015_08082015.pdf

Darüberhinaus freuen wir  uns sehr über den Artikel „Was aus Liebe wachsen kann“, der unter der Rubrik „Save the planet“ in der Herbstausgabe (Erscheinungsdatum: 17.09.2015) des Magazins HAPPY WAY erschienen ist.

Namaste

Temba & Sabine