Dritter Rundbrief „Erdbeben in Nepal“

1. Mai 2015 um 2:03

30. April 2015 – Dritter Rundbrief „Erdbeben in Nepal“

Kleine Lichter erhellen die Dunkelheit

Heute ist der fünfte Tag nach dem Erdbeben und Nepal nimmt in den großen Medienunternehmen nicht mehr die ersten Schlagzeilen ein. Die Medien werden bald das Interesse verlieren –  wir sicherlich niemals. Wir werden weiter berichten und Sie teilhaben lassen an Leid und Freude.

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Die Erde bricht auseinander

 

Das Leid ist so unermesslich groß und die nepalesische Regierung nach wie vor unfähig im Sinne der Bevölkerung zu handeln. Der Unmut im Volk wächst … eine Chance für Veränderungen, die hoffentlich wahrgenommen wird. Die Verteilung der internationalen Hilfe wird zusätzlich durch die einzigartige Topographie des Landes gebremst. Die Menschen unterstützen sich gegenseitig und sind füreinander da. Das wenige was sie haben, teilen sie oder geben es denen die noch weniger haben. Alle rücken in dieser schweren Zeit noch enger zusammen.

Die Fotos, die Temba von Brabal, dem Dorf seiner Eltern gemacht hat, stimmen sehr traurig. Die Häuser sind wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. Die Bewohner müssen unter einer Plastikplane schlafen, weil die Angst vor Nachbeben immer noch tief in den Knochen steckt. Trotzdem sind wir froh, dass das Duschhaus der Dorfgemeinschaft das letztes Jahr, auf Initiative von unserer Hilfsorganisation Sunaulo Sansar, gebaut wurde, noch steht. So konnten sich die Bewohner, die nach dem Beben erst mal ihre Wertsachen und Nahrung aus den Trümmern in Sicherheit brachten, den feinen Staub abduschen.

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Dorfbewohner rücken noch enger zusammen

 

Ja – so blitzt ein bisschen Freude wie ein Lichtfunke in der Dunkelheit. Auch die Meldungen über die Bergung von Verschütteten am fünften Tag setzen positive Energien frei.

Für uns war heute ebenfalls ein „Sonnen“-Tag. Seit meine zweite Hälfte Temba seit gestern wieder in Kathmandu ist läuft alles Hand in Hand.

Unsere Langtang Gruppe konnten wir sicher nach Kathmandu bringen. Unsere Gäste konnten den Rückflug umbuchen und fliegen schon morgen nach Deutschland zurück. Ich habe mit unseren Guides und Sherpas über Skype gesprochen. Sie sind so glücklich am Leben zu sein. Sie dachten wir sehen uns nie wieder.

Unsere Everest Gruppe, die bereits seit 3 Tagen in Lukla auf ihren Flug wartete, ist mit Zwischenstopp in Biratnagar spät abends in Kathmandu gelandet. Sie werden morgen früh den planmäßigen Rückflug nach Hause erreichen. Da es in Nepal schon Nacht ist, hatte ich noch keine Gelegenheit unserem Team zu danken und meine Freude auszudrücken.

Wir sind so glücklich, dass zwei unserer Gruppen wohlbehalten in Kathmandu angekommen sind und in Kürze ihre Lieben in der Heimat in die Arme schließen können.

Unsere zweite Everest Gruppe, die sich im Moment in Namche Bazzar befindet, hat heute Soforthilfe in den Dörfern Thame und Thamo geleistet. In Namche Bazzar wurde Essen gekauft und nach einem 4 stündigen Fußmarsch an alte Menschen und das Kloster übergeben. Auf unserer Facebook Seite „Tembas Nepal Trek & Expedition Pvt. Ltd.“ sind dazu und auch zu den eingefallenen Häusern in Brabal Fotos zu sehen.

Temba konnte heute erneut telefonisch Kontakt mit den Guides der Gruppen im Manaslu Gebiet und Upper Mustang Gebiet aufnehmen. Die Gruppe im Manaslu Gebiet wartet noch auf Evakuierung. Nachdem aber keiner verletzt ist und es nicht an Nahrung mangelt, haben zunächst Menschen in den schwer getroffenen Gebieten den Vorrang. Nachdem im Upper Mustang fast nichts von dem Erdbeben zu spüren war, machte sich unsere Gruppe nun auf den Rückweg von Lo Manthang nach Jomsom. Von dort aus werden nach wie vor Inlandsflüge nach Pokhara durchgeführt.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass die Hilfsgemeinschaft Sunaulo Sansar (www.sunaulosansar.org) von uns ins Leben gerufen wurde. Das war mir ein Herzensanliegen als ich mich entschied nach Nepal zu gehen. Wir sind so glücklich, dass wir schon einige Spenden erhalten haben, freuen uns riesig und sind unendlich dankbar. Leider können wir uns im Moment nicht mit einer persönlichen Email bei jedem Einzelnen bedanken und auf die vielen Nachrichten antworten. Wir möchten aber versuchen alle Nepal-Liebhaber und Spender regelmäßig mit einer Sammelemail informiert zu halten.

Immer wieder werden wir gefragt, welche Hilfe außer Geld benötigt wird. Sicherlich wäre es sehr hilfreich, wenn wir Ideen von Architekten, Ingenieuren oder Zimmerleuten für die Konstruktion und den Wiederaufbau der Häuser erhalten würden. Vielleicht ergibt sich auch die Gelegenheit, dass der eine oder andere aktiv als Volontär/in vor Ort mit anpackt. Wenn Sie uns unterstützen möchten oder jemanden kennen der gerne mithelfen möchte, freuen wir uns über eine Nachricht unter info@sunaulosansar.org.

Nur ein Traum kann die Zukunft gestalten.
-Viktor Hugo –

Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen.

Wir möchten noch darauf hinweisen, dass alle unsere Rundbriefe auch auf unserem Blog unter www.tembasnepaltrek.com und unter www.nepal-spirit.de zu finden sind.

Namaste

Temba & Sabine

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Zerstörtes Haus in Brabal