Nepal – Langtang Trek

19. August 2014 um 21:34

Wer wenig Zeit mitbringt und die Bergwelt und die Menschen hautnah erleben möchte, sollte den Langtang Trek mit 8 Reisetagen ab/bis Kathmandu wählen. Wir sind den Trek im Juni 2014 gegangen und hatten die ganze Zeit über sehr gutes Wetter. Nur einmal begleitete uns der Monsunregen über mehrere Stunden – aber dies kann auch während der anderen Monate passieren. Sicherlich werden sich in den nächsten Jahren die Reise- und Trekkingmöglichkeiten in Nepal aufgrund der veränderten Wetterbedingungen verschieben und neu gestalten.

 

Kyangjin Gompa mit Blick auf Langtang Lirung

 

 

Tag 1 –  Fahrt von Kathmandu nach Shafru Bensi (1.500 m), ca. 6 – 7 h:
Die Fahrt von Kathmandu nach Shafru Bensi kann mit einem lokalen Bus, Jeep mit Ticketsystem oder mit einem reservierten Privatjeep erfolgen. Die lokalen Bussen bieten Abenteuer pur und tiefe Einblicke in das nepalesische Leben. Trotzdem ist es nicht jedermanns Sache eingequetscht wie eine Zitrone zwischen Ziegen, Kartoffelsäcken und Menschenmassen stundenlang zu sitzen.

Die Jeeps mit Ticketsystem sind zwar etwas bequemer, aber auch diese werden bis zum Bersten mit Passagieren besetzt. Wer gerne individuell und bequem reisen möchte, sollte den Privatjeep wählen. Dort vergehen die 6 – 7 Stunden Fahrtzeit relativ kurzweilig.
Die Strecke Kathmandu – Richtung Pokhara mit Abzweigung in Galchi gibt es noch nicht so lange. Ist aber auf jeden Fall die bessere Alternative zur kurvenreichen Strecke über Balaju und Kakani. Ab Galchi führt die Straße entlang des Trisuli Flusses durch malerische Landschaft. Es bietet sich an, einen Mittag-Stopp in der etwas größeren Stadt Trisuli einzulegen. Von Trisuli aus wird die Strecke etwas beschwerlicher und schlängelt sich an den Bergen entlang. In der Bezirksstadt Dhunche ist ein erneuter Halt unentbehrlich. Dort befindet sich der Eingang zum Langtang Nationalpark. Die TIMS-Karte für Trecker muss vorgezeigt werden und die Nationalparkgebühr von NPR 3000 pro Person (Stand 08/2014) muss entrichtet werden.

Danach geht es weiter zum Zielort Shafru Bensi, der nach einer guten Stunde erreicht wird. Wir empfehlen zur Übernachtung das “Hotel NAMASTE“ (www.langtanghotelnamaste.com).


Tag 2 – Wanderung von Shafru Bensi nach Bamboo (1.970 m), ca. 4 h:

Der Weg führt zunächst vom neuen Ortsteil zum alten Ortskern auf der anderen Seite des Bothe Koshi Flusses. Dazu wird die erste Hängebrücke überquert bevor die „Altstadt“ erreicht wird. Am Ortsende wartet bereits die nächste Hängebrücke. Danach führt die Strecke rechts entlang des Langtang Khola(Fluss).
Der Weg führt auf einem schönen schmalen Pfad durch einen Wald und teilweise am Fluss entlang. Hoch und runter immer in Begleitung des rauschenden Flusses. Auf der anderen Seite des Flusses sind riesige Felsen zu sehen. Interessant sind besonders die hängenden Honigwaben. Die Teehäuser in Dovan und Pairo laden zu Teepausen ein. Danach verläuft der Weg weiter gemächlich hoch und runter.

Der heutige Zielort Bamboo liegt auf einem kleinen Plateau direkt neben dem reißenden Fluss und besteht aus insgesamt drei Teehäusern. Wir empfehlen zur Übernachtung die am obersten gelegene “Bamboo Lodge von Suku und Dawa Tamang“.
Das tosende Geräusch des Flusses ist beim Einschlafen besonders schön.

 

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Langtang Khola


Tag 3 – Wanderung von Bamboo via Lama Hotel (2 ½ h) nach Ghodetabela (3.030 m), insg. ca. 5 – 6 h:

Von Bamboo Lodge aus geht es über Stock und Stein – auf und ab – entlang dem brausenden Langtang Gletscher-Fluss. Kurz vor dem Teehaus Langtang View Lodge wird der reißende Fluss mit den unglaublich riesigen Steinformationen über eine Hängebrücke gequert. Danach geht es über Steintreppen stetig bergauf bis das Teehaus Oder/Bridge Lodge in Sicht kommt. Von dort aus geht der Pfad geradeaus immer begleitet durch das Geräusch des tossenden Wassers. Für eine Mittagsrast bietet sich die Station Lama Hotel an.

Von Lama Hotel aus geht es weiter stetig bergauf durch den wunderschönen Rhododendron-Zauberwald. An diesem grünen Wald mit verwunschenen und moosbewachsenen Bäumen kann man sich gar nicht satt sehen. Als kleine Pausenstation kommt dann „ Riverside“ gerade zum richtigen Zeitpunkt. Danach geht es weiter durch den Märchenwald über unzählige Steine. Gutes Schuhwerk ist hierbei unverzichtbar.

 

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Mystischer Zauberwald


Viele Mulikaravannen, die Reis und andere Güter bis nach Langtang und Kyangjin Gompa transportieren, machen kurze Stopps erforderlich. Nachdem die beladenen Mulis den Weg passiert haben, geht es weiter.

Zum heiligen Ort „Kemadangdang“ mit den vielen Gebetsfahnen schlängelt sich der Weg mit Steinstufen recht steil hoch. Oben angekommen bietet sich ein toller Ausblick auf den wild tobenden Fluss. Der Weg führt weiter durch den Wald und das Geräusch des Flusses wird leiser.

Dann lichten sich die Bäume und ein Plateau öffnet sich kurz vor Ghodatabela mit den beiden schön gelegenen Lodges/Teehäusern. Für die Übernachtung empfehlen wir die“ obere Lodge Tibet“.

 
Tag 4 – Ghodatabela – Langtang (3.430 m) , 3 h– Kyangjin Gompa (3.830 m), insgesamt ca. 6 h:
Der Weg von Ghodatabela nach Langtang ist gepflastert mit vielen großen Steinen – fast wie eine Steinwüste. Kleine Bächlein sind über die vereinzelt liegenden Steine im Wasser zu überqueren. Dabei ist das Balancieren manchmal gar nicht so einfach.

Nach der Station Thyangsyap (3.140 m) verändert sich das Landschaftsbild in ein Meer aus Sanddornsträuchern. Buchweizenfelder umzäunt mit kleinen Steinmauern, soweit das Auge reicht.

Kurz vor dem Dorf Langtang mit den vielen neuen Hotels und Lodges bieten sich fantastische Ausblicke auf Ganchenpo (6.387 m).

Nach einer kurzen Mittagsrast führt der Weg vorbei an vielen Manimauern (Mauern mit gravierten Steintafeln) und Chörten (buddhistisches Monument). Die steppenartige Landschaft mit den vielen Sträuchern und Blumen (Seidenrosen in verschiedenen Farben, Primeln in allen Variationen, Himalaja Rhabarber, Wolfsmilchgewächse – um nur ein paar zu nennen) machen die Wanderung auf der eben verlaufenden Strecke unvergesslich. Auch der Langtang Khola kommt wieder zum Vorschein und ist ständiger und stetig- geräuschvoller Wegbegleiter.
Das Dorf Kyangjin Gompa liegt ganz versteckt zwischen den Bergen und ist erst zu sehen wenn die letzte Ansteigung nach der neu erbauten Stupa erklommen ist.

In Kyangjin Gompa empfehlen wir Übernachtungen in der “Mountain View Lodge“.

 

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Gebetsmauern und Chörten

 

Tag 5 – Erholungstag in Kyangjin Gompa oder Exkursionen:
Der Erholungstag in Kyangjin Gompa kann einfach nur zum Ausruhen und dem Genuss der Bergwelt genutzt werden.
Alternativ bieten sich verschiedene Exkursionen an um den hohen Gipfeln noch näher zu kommen:
Die Wanderung von Kyangjin Gompa zum Kyangjin Ri (4.600 m) dauert ca. 2 h (Hin- und Rückweg).
Die Exkursion von Kyangjin Gompa zum Tserko Ri (5.033 m) ist dahin gehend schon etwas anspruchsvoller und es muss insgesamt ca. 6 – 7 h (Hin- und Rückweg) für die Exkursion eingerechnet werden.

Tag 6 – Kyangjin Gompa nach Lama Hotel (ca. 6 – 7 h):
Auf dem Weg von Kyangjin Gompa nach Lama Hotel müssen insbesondere im unteren Drittel der Strecke viele Steinstufen bewältigt werden. Hierbei sind Trekkingstöcke wertvolle Helfer.

In Lama Hotel empfehlen wir Übernachtungen im „Friendly Guesthouse“ (das letzte Gästehaus aus Richtung Kyangjin Gompa kommend).

Tag 7 – Lama Hotel nach Shafru Bensi (ca. 5 h):
Der letzte Tag der Trekkingtour führt wieder zurück entlang des begleitenden Flusses bis zum Ausgangspunkt in Shafru Bensi.

Tag 8 – Fahrt von Shafru Bensi nach Kathmandu:
Der Kreis schließt sich und das Tohuwabohu in Kathmandu steht zum Empfang bereit.

 

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Yak